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Bild: CSU Pressefoto 2010 07 12 Bürgerdialog Bahnhof Perlach - Copyright: Markus Blume
 © Markus Blume
CSU Pressefoto 2010 07 12 Bürgerdialog Bahnhof Perlach
12.07.2010

Attraktive Ideen für die Zukunft des S-Bahnhofs Perlach

PRESSEMITTEILUNG
12. Juli 2010

Attraktive Ideen für die Zukunft des S-Bahnhofs Perlach
Investor präsentiert Pläne und sammelt Vorschläge der Bürger für Nutzung des Bahnhofsgeländes / Harsche Kritik am Verhalten der Landeshauptstadt

„Wir haben jetzt ein günstiges Zeitfenster, um in den nächsten fünf bis zehn Jahren wirksame Verbesserungen am S Bahnhof Perlach zu erreichen“, lautete das positive Resümee des Landtagsabgeordneten Markus Blume am Ende des von ihm initiierten Bürgerdialogs zur Zukunft des S Bahnhofs Perlach. Anlass für diese Einschätzung waren die von Nikolaus Beiler, dem Eigentümer des Bahnhofsgeländes, zuvor präsentierten Ideen zur Entwicklung des Areals. Diese reichten von Gastronomie über Kinderkrippe bis hin zur Ansiedelung eines Supermarkts und kamen bei den knapp 80 Gästen in der Forschungsbrauerei ausgesprochen gut an. Unverständnis und Kopfschütteln herrschte dagegen vor, als Beiler erläuterte, mit welchen bürokratischen Hürden er bei seinen Planungen zu kämpfen hat.

Als Trauerspiel in drei Akten stellte MdL Markus Blume zu Beginn der CSU Veranstaltung die mittlerweile fast zwei Jahrzehnte andauernde Tragödie um den barrierefreien Ausbau des Perlacher Bahnhofs dar. Während man zur Jahrtausendwende noch auf einen Baubeginn im Herbst 2004 gehofft hatte, verzögerte sich das Projekt über die Jahre hinweg, um 2008 schließlich auf unbestimmte Zeit zurückgestellt zu werden. Doch nicht nur die mangelnde Barrierefreiheit des Bahnhofs, die insbesondere Mobilitätseingeschränkte trifft, sorgt für Frust bei den Fahrgästen, sondern auch der mangelnde Komfort und den Schmuddel-charakter, den der Bahnhof zwischenzeitlich aufweist. Thomas Kauer, der vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach jüngst zum Bahnhofspaten für die Station Perlach bestellt wurde und den Bürgerdialog mit initiiert hatte, sprach aus, was viele Gäste dachten: „Der Bahn scheint Perlach egal zu sein, Perlach wird links liegen gelassen.“

Nikolaus Beiler, der das circa 13.000 Quadratmeter große Gelände vor einigen Jahren kaufte, ist das unverständlich. Er ist durchaus der Meinung, dass man aus dem Gelände etwas machen könne. Nachdem er letztes Jahr erfolglos den ersten Anlauf mit einer Kinderkrippe unternahm, hat er mittlerweile größere Pläne und möchte dabei auch die Bürgerschaft vor Ort einbinden: „Ich erhoffe mir einen Impuls“, stellte er noch vor seiner Präsentation klar. Dabei stoßen seine Ideen schon jetzt auf Gegenliebe: Sie sehen vor, im denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude einen gastronomischen Betrieb mit kleinem Biergarten zu errichten, die Perlacher Bahnhofsstraße als Fuß- und Radweg tatsächlich bis zum Bahnhofsvorplatz weiterzuführen und auf der Dreiecksfläche zwischen Schneckestraße und Park-and-Ride-Parkplatz eine Kinderkrippe einzurichten. Im östlichen Teil des Bahnhofsgeländes könnte sich Beiler einen Supermarkt als sogenannten Vollsortimenter, also gezielt keinen Discounter, vorstellen. Obwohl die anwesenden Gäste von der Notwendigkeit eines Supermarkts nicht vollständig überzeugt waren und in diesem Zusammenhang auch auf die mangelnde verkehrliche Erschließung des Gewerbegebiets aufmerksam machten, spendeten sie Beifall für den Willen, hier nach quälenden Jahren des Stilstands etwas zu verändern. Im Zuge der Baumaßnahmen könnten nämlich auch Weichenstellungen für eine barrierefreie Erreichbarkeit des Bahnsteigs vorgenommen werden.
 
Bunt gemischt waren die Vorschläge, die die Bürgerinnen und Bürger selbst einbrachten. Während sich manche nur einen Kiosk für den unmittelbaren Bedarf wünschen, können sich andere ein Alten- und Servicezentrum ebenso vorstellen wie einen großen Versammlungsraum für die Nutzung von Vereinen und Bürgern. Nachgefragt wurde aber auch, ob das gegenüberliegende Grundstück südlich der Bahnlinie ebenso in den Planungen berücksichtigt werden könnte, um eine attraktive Gesamtlösung zu verwirklichen. Eine Idee, die als durchaus interessant bewertet wurde, allerdings erst noch weiter geklärt werden muss, da es sich um unterschiedliche Eigentümer handelt und sich um das Grundstück südlich der Gleise die wildesten Gerüchte ranken, von schützenswerten Kröten bis hin zur Altlastenproblematik.

Letztlich hängen alle Planungen aber von der Bereitschaft der Landeshauptstadt München ab, hier tatsächlich Bewegung in die Sache zu bringen. Genau von ihr ist der Investor bisher jedoch maßlos enttäuscht. Obwohl er, wie er mehrfach betonte, zu Kompromissen und konstruktiver Zusammenarbeit bereit sei, zeige die Stadt kein Interesse, ihn bei der Entwicklung des Geländes zu unterstützen. Das Planungsreferat habe schlicht keine Zeit für so ein vergleichsweise kleines Projekt. Stattdessen werden dem Investor regelrecht Hürden aufgebaut. So stünde beispielsweise die Zufahrt zum Bahnhof, die auch der städtische Linienbus nutze, gemäß Planfeststellungsbeschluss für eine allgemeine Nutzung, etwa als Anfahrt zu einer Kinderkrippe, nicht zur Verfügung. Das Publikum reagierte mit ungläubigem Kopfschütteln und machte aus Fahrgastsicht auf die Notwendigkeit von Veränderungen aufmerksam. Beiler verdeutlichte, dass er gerne wollen würde, aber keinen Handlungsdruck habe. Der Bahnhof und das Gelände würden dadurch aber sicherlich nicht schöner werden. Mittelfristig würde ihm zum Beispiel nichts anderes übrig bleiben, als das Bahnhofsgebäude als Durchgang für die Fahrgäste zu sperren.

Landtagsabgeordneter Markus Blume stellte klar, dass er für ein kategorisches Nein der Stadt zu einer baulichen Entwicklung absolut kein Verständnis habe. Das Projekt an der Hochäckerstraße zeige deutlich, dass es auch anders gehe. Er erläuterte, dass er aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, das für den S-Bahnverkehr zuständig ist, erfahren habe, dass im Gegensatz zur früheren Kommunikation der zweigleisige Ausbau zwischen Giesing und Perlach nicht mehr K.O.-Kriterium für Umbaumaßnahmen in Perlach sei. Blume möchte den Investor, die Bahn, das Planungsreferat und das Wirtschaftsministerium nun alsbald an einen Tisch bringen und nach Lösungen suchen.

Sicher scheint nach der Veranstaltung, dass dem Drama um den Perlacher Bahnhof nun noch mindestens ein vierter Akt angefügt wird, hoffentlich mit glücklichem Ausgang für die Perlacherinnen und Perlacher. Im Internet besteht unter http://www.bahnhof-perlach.de/ fortan die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und selbst Vorschläge zu machen.

Bildnachweis:
CSU Pressefoto, 2010-07-12, Bürgerdialog Bahnhof Perlach.jpg

Bildunterschrift:
v.l.n.r.: „MdL Markus Blume, Investor Nikolaus Beiler und Bahnhofspate Thomas Kauer bei der Präsentation der Ideen für die künftige Entwicklung des S-Bahnhofs Perlach.“

Kontakt und Rückfragen:
Thomas Kauer
Pressereferent
Bürgerbüro Markus Blume, MdL
Ismaninger Str. 9
81675 München
Tel: +49 89 67920082
Email: kauer@markus-blume.de


 




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