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Presse

16.11.2009

Dodell mit Europaministerin Emilia Müller auf Delegationsreise in China

Vom 09. bis 15. November 2009 nahm die stv. Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Renate Dodell, auf Einladung der Staatskanzlei an einer Reise von Europaministerin Emilia Müller nach China teil. Die Stationen der Reise waren Peking, Guangzhou (früher Kanton) in der bayerischen Partnerprovinz Guandong sowie Jinan und Qindao in der bayerischen Partnerprovinz Shandong. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf folgenden ddp-Bericht:

China-Reise - Chinas Herz für Bayern - Emilia Müller findet in China-Reise - Chinas Herz für Bayern - Emilia Müller findet in Shandong Unterstützung für Münchner Olympia-Bewerbung - Neuschwanstein, Goethe und Jodler

von ddp-Korrespondent Petr Jerabek

Ihre ganze China-Reise über hatte Emilia Müller immer wieder für Olympia 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden geworben, war in der Hauptstadt Peking aber auf eher zurückhaltende Reaktionen gestoßen Bei ihren Treffen mit Justizministerin Wu Aiying und dem Chef der Europaabteilung im chinesischen Außenministerium, Staatssekretär Li Ruiyu, wurde das Olympia-Anliegen der Ministerin zwar zur Kenntnis genommen. Es ist zwar noch kein Durchbruch, aber immerhin ein Anfang: Auf ihrer China-Reise hat Europaministerin Emilia Müller (CSU) einen einflussreichen Unterstützer der Münchner Olympia-Bewerbung für die Winterspiele 2018 gefunden. Der Gouverneur der ostchinesischen Provinz Shandong, Jiang Daming, sagte ihr am Wochenende spontan seine Hilfe zu - und stellte sogar Rückendeckung von höchster Stelle in Aussicht: Er könne für die bayerische Bewerbung in der Tat ein gutes Wort einlegen, da er mit dem Chef des Olympischen Komitees Chinas seit 30 Jahren gute Kontakte habe.

Ihre ganze China-Reise über hatte Emilia Müller immer wieder für Olympia 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden geworben, war in der Hauptstadt Peking aber auf eher zurückhaltende Reaktionen gestoßen. Bei ihren Treffen mit Justizministerin Wu Aiying und dem Chef der Europaabteilung im chinesischen Außenministerium, Staatssekretär Li Ruiyu, wurde das Olympia-Anliegen der Ministerin zwar zur Kenntnis genommen. Li Ruiyu vermied aber ein klares Bekenntnis: Er wünsche Bayern «viel Glück» für die Bewerbung, sagte er lediglich.

Auf die Fürsprache der Provinz Shandong, mit der Bayern seit 1987 eine Partnerschaft pflegt und in der Müller ihre sechstägige Reise beendete, dagegen kann München zählen. «Ich werde meinen Freund noch heute anrufen», versicherte Gouverneur Jiang. Shandong war mit seiner Hafenstadt Qingdao im vergangenen Jahr Ausrichter der Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele von Peking.

«Ich bin überzeugt, dass China mit über 1,3 Milliarden Einwohnern ein starker Befürworter für Olympia 2018 bei uns in Bayern sein kann», sagte die Ministerin auf ddp-Anfrage. Die Weichen für Olympia 2018 in Bayern müssten im In- und Ausland optimal gestellt werden. «Davon profitieren die Austragungsregionen und ganz Bayern.»

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende CSU-Fraktionschefin im bayerischen Landtag, Renate Dodell, die Müllers China-Delegation angehörte. «Der Funke der Begeisterung muss jetzt auf alle in Bayern überspringen, weil es für uns eine riesige internationale Chance ist», betonte die CSU-Politikerin und fügte hinzu: «Wir sollten diese Chance genauso wie die Chinesen nutzen.» Zu Dodells Stimmkreis Weilheim-Schongau gehört auch ein Teil von Garmisch-Partenkirchen, wo es zuletzt Widerstand gegen die Olympia-Bewerbung gegeben hatte.

Olympia war freilich nur eines der Themen der knapp einwöchigen Reise. Es ging um den Schutz vor Produktpiraterie und Ideenklau, um Rechte deutscher Untersuchungshäftlinge in chinesischen Gefängnissen, die Vertiefung regionaler und kommunaler Partnerschaften, wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Hochschulaustausch.

Egal ob in Peking, Guangdong oder Shandong - die Chinesen bereiteten der bayerischen Delegation an allen Stationen einen herzlichen Empfang: Bayern ist selbst in China eine Marke, schnell kommen auch hohe Repräsentanten wie Staatssekretär Li ins Schwärmen über das Schloss Neuschwanstein. Auf das Märchenschloss von König Ludwig II. wird die 15-köpfige Delegation in China immer und immer wieder angesprochen.

Dass sich junge Chinesen aber auch mit deutscher Hochkultur befassen, erlebt Müller bei ihrem Besuch der Qingdao Universität: Studenten tragen für den hohen Besuch aus der Partnerregion deutsche Gedichte vor, um die Früchte der bayerisch-chinesischen Hochschulkooperation zu präsentieren - unter anderem Goethes «Erlkönig» und «Der Panther» von Rilke. Im Gegenzug gibt CSU-Fraktionsvize Dodell eine Kostprobe bayerischer Lebensart - und stimmt unter großem Applaus einen Jodler an. So einfach kann bayerisch-chinesische Annäherung sein.

ddp/pje/stu

Auf dem Foto: Staatsministerin Emilia Müller und MdL Renate Dodell in Qingdao, Austragungsort der Olympischen Segelwettbewerbe 2009