Innenminister Joachim Herrmann bei Eröffnung der IWA & Outdoor Classics inNürnberg: "International renommierte Fachmesse mit vielen Impulsen für die Sicherheit im Umgang mit Waffen und Ausrüstung"
"Die IWA & Outdoor Classics, die zum 37. Mal in der Nürnberger Messe stattfindet, ist eine international anerkannte Messe, die Fachbesuchern und Sicherheitsbehörden ein wertvolles Forum zur Information und zum Erfahrungsaustausch bietet", sagte Innenminister Joachim Herrmann heute bei der Eröffnung der Messe in Nürnberg. "Das internationale Fachpublikum findet hier viele neue Impulse zur Sicherheit im Umgang mit Waffen und Zubehör. Jagd- und Sportwaffen, Sicherungseinrichtungen und Zubehör bilden seit jeher den Schwerpunkt. Auch Polizei und Sicherheitsbehörden finden hier ein reichhaltiges Angebot bis hin zur optimalen Einsatzkleidung und Schutzausrüstung", so Herrmann.
Herrmann begrüßte, dass im Rahmenprogramm der Messe mit dem Europäischen Polizeitrainerfachkongress und der Fachkonferenz der Deutschen Hochschule der Polizei zum Thema ''Waffen und Gerätewesen'' auch zwei hochkarätige Polizeiveranstaltungen stattfinden. "Die gewalttätigen Übergriffe auf Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte nehmen leider deutlich zu. Deshalb wird es auch immer wichtiger, die Schutzausrüstung der Beamten permanent zu verbessern. Die Messe in Nürnberg bietet den Fachleuten hierfür neue Eindrücke ", so Herrmann.
Herrmann betonte in seinem Grußwort aber auch, dass mit der Waffenrechtsnovelle vom 25. Juli 2009 richtige und angemessene Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden gezogen worden seien: "Wir haben einerseits die Aufbewahrungssicherheit legaler Waffen erhöht und Jugendlichen den Zugang zu großkalibrigen Waffen erschwert. Andererseits haben wir die berechtigten Interessen der Sportschützen und Jäger in Deutschland gebührend berücksichtigt. Diese Gruppe geht in ihrer überwältigenden Mehrheit mit Waffen und Munition sehr sorgsam und verantwortungsvoll um, so Herrmann. Er betonte: “Zahllose Schützenvereine sind fest in der Gesellschaft verankert. Sie sorgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist und darüber hinaus, wie jüngst in Vancouver, für viele Erfolge bei sportlichen Großveranstaltungen", so Herrmann. Auf die Medaillen unserer Biathletin Magdalena Neuner ist zu recht ganz Deutschland stolz. Herrmann appellierte auch an jeden einzelnen Jäger und Sportschützen, die Aufbewahrungsvorschriften penibel zu beachten. "Jede kleinste Nachlässigkeit kann tödliche Folgen haben", warnte Herrmann in Erinnerung an die schrecklichen Morde in Winnenden.
Der Innenminister hält die Einrichtung eines bundesweiten elektronischen Waffenregisters bis 2012 für möglich. Damit könne der Verbleib legaler Waffen von der Produktion bis zur Verschrottung besser überblickt werden. Dann sei mittelfristig aber auch die Anzahl illegaler Waffen zu senken. Herrmann: "Gerade illegale Schusswaffen, die weit überwiegend für Straftaten eingesetzt werden, bereiten mir Sorge. Deswegen war es mir auch ein Anliegen, im Rahmen der Amnestieregelung im neuen Waffengesetz solche Waffen aus dem Verkehr zu ziehen." Im Zeitraum vom 25. Juli bis 31. Dezember 2009 seien in Bayern 9.260 illegale Schusswaffen von ihren Besitzern abgegeben worden, so Herrmann. Insgesamt seien 2009 sogar über 40.000 Schusswaffen den Behörden übergeben worden.