1. Herr Jörg, Sie sind 1993 in die Junge Union eingetreten, mit 25 wurden Sie Vorsitzender des RCDS in Bayern. Wie wurde Ihr politisches Interesse geweckt?
Für politische und wirtschaftliche Zusammenhänge habe ich mich schon während meiner Schulzeit interessiert. Sensibilisiert wurde ich aber vor allem als Zivildienstleistender für Fragen im Umgang mit behinderten und kranken Menschen. Begeistert hat mich dann während meiner Studienzeit die Hochschulpolitik. Der RCDS bot eine tolle Plattform, um sich auch als junger Mensch in den damaligen Veränderungsprozess an den bayerischen Hochschulen einmischen zu können. Gefallen hat mir dabei auch das Interesse des damaligen bayerischen Kultusministers Dr. Hans Zehetmair an unseren Ideen. Da habe ich erfahren, dass Politik weit mehr ist, als nächtliche Diskussionen in verrauchten Hinterzimmern mit ein paar gleichgesinnten Parteifreunden: Wer will, kann selbst mitgestalten und tatsächlich was verändern.
2. Politik ist für Sie?
Mit anderen gemeinsam und vor allem mit den Menschen Würzburgs zusammen die anstehenden Herausforderungen meistern. Dabei ist mir das wichtigste, dass neben den fachlichen Auseinandersetzungen und Diskussionen ein enger Kontakt zu den Menschen besteht. Denn die Sorge eines jeden Menschen verdient, ernst genommen zu werden.
3. Politik ist für Sie also eher Beruf oder Berufung?
Die Wählerinnen und Wähler haben mir ihr Vertrauen geschenkt und mich in mein Amt berufen. Dafür bin ich dankbar und daraus entsteht eine besondere Verpflichtung und Verantwortung. Ein Politiker muss auch mit Leidenschaft dabei sein, sagt Max Weber. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass sehr viele Menschen tagtäglich in ihrem Job großes Engagement und großes Verantwortungsgefühl beweisen.
4. Wofür möchten Sie sich insbesondere einsetzen?
Als Mitglied des Sozialausschusses im Bayerischen Landtag trete ich für ein familienfreundliches und solidarisches Bayern ein. Die Förderung von Kindern und die Stärkung von Familien gehört ebenso dazu, wie die Qualität in der Pflege zu sichern. Als Hochschulpolitiker setze ich mich insbesondere für die Stärkung und Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Würzburg ein, zum Beispiel indem ich den Ausbau der Universität am neuen „Campus der Zukunft“ am Hubland aktiv begleite.
5. Haben Sie ein Vorbild?
Lebende Vorbilder begegnen mir täglich. Ich habe hohen Respekt vor Menschen, die trotz so mancher Schwierigkeiten ihr Leben meistern und Verantwortung für andere übernehmen. Sei es als Inhaber eines Familienbetriebes oder als Mitarbeiter, der gefordert ist, als Arzt oder als Pflegekraft, oder auch als Straffälliger, der wieder „die Kurve“ bekommen hat. Sicherlich gibt es einige Persönlichkeiten, die die Ausrichtung meines politischen Handelns besonders geprägt haben. Es sind vor allem die Gründungsväter der Bundesrepublik und die der CSU. Und wenn Sie nach einem konkreten Namen fragen, dann darf ich Ihnen Dr. Adam Stegerwald nennen, den Gründer der CSU Würzburg.