"Gerhard Schröder hat nicht nur von Geschichte keine Ahnung", so Joachim Herrmann, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, "er macht dieses fehlende Wissen auch noch zur Grundlage deutscher Außenpolitik". Mit seinen jüngsten Äußerungen zur Vertriebenenpolitik schade der Bundeskanzler nicht nur den Interessen der Sudetendeutschen, sondern verharmlose auch das Verbrechen der Vertreibung und verhindere damit eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Denn nur wenn beide Seiten, Tschechen und Deutsche, ihre gemeinsame Geschichte aufzuarbeiten bereit seien, könne es zu einer nachhaltigen Versöhnung kommen."Das deutsch-tschechische Verhältnis apodiktisch als ,gut' zu bezeichnen, ohne aber die schwerwiegenden Versäumnisse im bilateralen Verhältnis anzusprechen, grenzt an Realitätsverweigerung", so Herrmann. Damit zeige der Kanzler einmal mehr, dass in seinen Augen die Wirklichkeit seinen ideologiegeleiteten Vorstellungen zu folgen habe und nicht umgekehrt. Selbst die SPD-Außenstelle in Bayern widerspreche dem illusionistischen Schönwettergerede des Kanzlers. So fordere Franz Maget dringend Entspannung und Verbesserung des angeblich so ungetrübten deutsch-tschechischen Verhältnisses.
Die Vertriebenen haben, so Herrmann, den höchsten Preis des von Deutschland verursachten Krieges gezahlt. Umso dreister sei es, wenn westdeutsche Politiker wie Schröder das Leid der Vertriebenen als gleichsam unvermeidliche Folge nationalsozialistischer Verbrechen, wenn nicht gar als "Strafe" darstellten. Dies sei gegenüber den Opfern, darunter besonders Frauen, Kinder und Alte, schlichtweg zynisch. So lange sich aber ein solcher Bundeskanzler nicht um die Anliegen seiner Landsleute kümmere, dürfe man sich auch nicht wundern, wenn von der tschechischen Regierung kein eigenständiger Beitrag zur Versöhnung komme.
Freundliche Grüße
Oliver Platzer
Pressesprecher der CSU-Landtagsfraktion