„Das Thema Lärmschutz wird eine wichtige Rolle im Planfeststellungsverfahren zur Elektrifizierung der Schienenstrecke München-Memmingen-Lindau spielen!" Davon ist Eberhard Rotter, verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion überzeugt. Das Eisenbahnbundesamt und die Regierung von Schwaben werden als zuständige Behörden peinlich genau darauf achten, dass die gesetzlichen Vorgaben seitens der Bahn eingehalten werden. Bahn-Anlieger und Kommunen können ihre Forderungen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens geltend machen und haben insoweit keine Nachhilfe nötig. Durch die Elektrifizierung werde die Strecke wesentlich beschleunigt und insbesondere für den internationalen Personenfernverkehr aufgewertet. Zweifelsfrei seien bei den Planungen die zu erwartenden Zugzahlen zu berücksichtigen. Die Kapazität der weitgehend eingleisigen Strecke lasse angesichts des dichten Personenverkehrs nur wenige Güterzüge zu. Die Hauptzulaufstrecke für Güterverkehr zum Gotthard-Basis-Tunnel laufe über die Rheinstrecke. Mehrere Güterzugpaare täglich werden nach Fertigstellung des Schweizerischen Tunnels über Memmingen und Lindau geführt werden. Ohne Elektrifizierung werden diese Züge dann von alten Dieselloks, die in der ehemaligen Sowjetunion gebaut worden sind, gezogen. Durch deren Lärm- und Abgasemission werden Anwohner weit stärker belästigt als durch moderne Elektrolokomotiven und Triebzüge. Erst durch die Elektrifizierung der Strecke besteht, so Rotter, überhaupt die Chance auf Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. Der hierfür zuständige Bund stellt derzeit für Schallschutzmaßnahmen an Bahnstrecken jährlich 200 Millionen Euro zur Verfügung. Angesichts der deutschlandweiten Diskussion um besseren Lärmschutz – erst vor wenigen Tagen hat sich der Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages mit fünf Anträgen der CSU-Fraktion zu diesem Thema befasst – hofft Bahn-Experte Rotter, dass die Bundesmittel hierfür noch aufgestockt werden. Aus Klimaschutzerwägungen muss der Ausbau der Schienenwege zügig vorangetrieben werden. Bei zusätzlichem Lärmschutz bleibe allerdings weniger Geld für neue Infrastruktur übrig.