Milchbauern überbringen "Brandbrief"
Den „Brandbrief" des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) überbrachten gut 50 Bäuerinnen und Bauern an MdL Eberhard Rotter. Die Milchviehhalter, die mit 30 Traktoren in Weiler vorgefahren waren, fordern u. a. eine zeitlich befristete Aussetzung von fünf Prozent der Milchmenge auf EU-Ebene, die flexible Handhabung der Mengensteuerung und die Abschaffung oder wirksame Begrenzung des Saldierungssystems.
Landtagsabgeordneter Rotter, der die Forderungen der Milchbauern für berechtigt hält, wies darauf hin, dass die Bayer. Staatsregierung gegen die Abschaffung der Milchquote war und auch die Einführung der Saldierung, deren Abschaffung nunmehr gefordert werde, kein Einfall der Politik war, sondern aus den Reihen der Landwirtschaft kam. „Lasst euch nicht auseinander dividieren!" appellierte Rotter an die Landwirte. Spannungen zwischen dem BDM und dem Bauernverband seien der Sache nicht dienlich. Gemeinsam müssten die Landwirte und die Politik auf ein Umdenken der Europäischen Union hinwirken. Hierfür sei entscheidend, dass auch in anderen EU-Mitgliedsländern erkannt werde, dass der rapide Milchpreisverfall bäuerliche Existenzen in bisher nicht bekanntem Ausmaß gefährde und schleunigst gestoppt werden muss. Dies kann, so äußerte sich Rotter überzeugt, nur über eine Milchmengenbegrenzung geschehen. Er sagte zu, sich weiterhin dafür einzusetzen. Der Milchkuh „Faironika", die die Milchviehhalter in ihrem Konvoi mitgeführt haben, überließ Rotter aus Zeichen der Solidarität für einige Wochen einen Teil seines Gartens zum Grasen.