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Bild: StM Spaenle führt Gespräche an der Berufsschule in Lindau
StM Spaenle führt Gespräche an der Berufsschule in Lindau

Die Wirtschaftsschule kommt nach Lindau

Lindau. Die Stadt Lindau wird ab dem kommenden Schuljahr 2010/2011 einer von zehn bayerischen Standorten des neuen Kooperationsmodells zwischen Hauptschule und Wirtschaftsschule. Dies hat Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle dem CSU-Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter mitgeteilt. Bereits bei seinem Besuch in Lindau im Sommer des vergangenen Jahres hatte der Kultusminister Verständnis für den Wunsch von Stadt und Landkreis gezeigt und Lindau gute Chancen für den Schulversuch eingeräumt. Seit gestern ist die Standortfrage nun endgültig entschieden.

Die Wirtschaftsschule Lindau wird in den Räumen der Hauptschule Aeschach neu gegründet. Unterrichtet werden die künftigen Schülerinnen und Schüler am Standort der Hauptschule in den allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Religionslehre, Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde, Musik, Sport und Textverarbeitung von Lehrkräften der Hauptschule. Den Unterricht in den profilbildenden Fächern Englisch, Datenverarbeitung, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungswesen und Wirtschaftmathematik wird von Lehrkräften der Wirtschaftsschule gegeben. Eberhard Rotter freut sich, dass Lindau als Standort ausgewählt worden ist und führt dies auch auf die nachdrückliche Unterstützung und Kooperationsbereitschaft von Stadt, Landkreis, Hauptschule Aeschach und Berufliches Schulzentrum Lindau zurück. Die vorbildliche Zusammenarbeit von Oberbürgermeisterin Petra Seidl und Landrat Elmar Stegmann, die die Sachaufwandsträger für Hauptschule und Berufsschule repräsentieren, habe bei dem Zuschlag für Lindau neben der fachlichen Begleitung durch das Staatliche Schulamt gewiss eine Rolle gespielt. Rotter erwartet durch den neuen Schulversuch, der in drei Jahren evaluiert wird, eine Verbesserung der Chancen der Jugendlichen auf dem Ausbildungsstellenmarkt, eine erhöhte Zahl von mittleren Bildungsabschlüssen und eine Steigerung der Aktivität des Schulstandortes, durch die Möglichkeit im Landkreis Lindau künftig eine Wirtschaftsschule zu besuchen. Die Wirtschaftsschule könne, so Rotter, ab der Jahrgangsstufe 8 besucht werden. Auch Schülerinnen und Schüler, die die 8. oder 9. Klasse einer Hauptschule besuchen, können gezielt individuell gefördert werden, um auch in die Jahrgangsstufe 9 oder 10 der Wirtschaftsschule übertreten zu können. Diese Durchlässigkeit sei ein weiterer Vorteil des Kooperationsmodells. „Damit sind die vielfältigen schulischen Angebote in unserem Landkreis um eine weitere wichtige Schulart bereichert worden. Dies ist ein Grund weniger, den schulischen Erfolg im Nachbarland Baden-Württemberg zu suchen", wie Rotter abschließend bemerkte.



Bild: BDM Vorsitzender übergibt
BDM Vorsitzender übergibt "Brandbrief"

Milchbauern überbringen "Brandbrief"

Den „Brandbrief" des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) überbrachten gut 50 Bäuerinnen und Bauern an MdL Eberhard Rotter. Die Milchviehhalter, die mit 30 Traktoren in Weiler vorgefahren waren, fordern u. a. eine zeitlich befristete Aussetzung von fünf Prozent der Milchmenge auf EU-Ebene, die flexible Handhabung der Mengensteuerung und die Abschaffung oder wirksame Begrenzung des Saldierungssystems.

Landtagsabgeordneter Rotter, der die Forderungen der Milchbauern für berechtigt hält, wies darauf hin, dass die Bayer. Staatsregierung gegen die Abschaffung der Milchquote war und auch die Einführung der Saldierung, deren Abschaffung nunmehr gefordert werde, kein Einfall der Politik war, sondern aus den Reihen der Landwirtschaft kam. „Lasst euch nicht auseinander dividieren!" appellierte Rotter an die Landwirte. Spannungen zwischen dem BDM und dem Bauernverband seien der Sache nicht dienlich. Gemeinsam müssten die Landwirte und die Politik auf ein Umdenken der Europäischen Union hinwirken. Hierfür sei entscheidend, dass auch in anderen EU-Mitgliedsländern erkannt werde, dass der rapide Milchpreisverfall bäuerliche Existenzen in bisher nicht bekanntem Ausmaß gefährde und schleunigst gestoppt werden muss. Dies kann, so äußerte sich Rotter überzeugt, nur über eine Milchmengenbegrenzung geschehen. Er sagte zu, sich weiterhin dafür einzusetzen. Der Milchkuh „Faironika", die die Milchviehhalter in ihrem Konvoi mitgeführt haben, überließ Rotter aus Zeichen der Solidarität für einige Wochen einen Teil seines Gartens zum Grasen.