Hepberg (hts) Fast 70 Personen waren der Einladung des Vorsitzenden der Hepberger CSU, Pitt Maier, zur 60 Jahrfeier des Ortsverbandes in den Maierwirtssaal gefolgt. Unter ihnen Staatsminister Siegfried Schneider, eine Reihe von Mandatsträgern und Vorsitzenden der benachbarten CSU Ortsverbände sowie vier Ehrenmitglieder.
Der stellvertretende CSU Kreisvorsitzende, Andreas Schieferbein, sagte bei seiner Begrüßung: 60 Jahre sei ein Grund zum feiern, weil sich damit eine 60jährige Erfolgsgeschichte verbinde. „Wo kann man näher an den Menschen sein als in den Ortsverbänden?- sie seien die Keimzellen der Partei". Aber ebenso wichtig sei ein Dialog über den Kirchturm hinaus, so Schieferbein. Bezirksrat Reinhard Eichiner lobte die Begeisterung die den Ortsverband auszeichne und dankte der Hepberger CSU für die geleistete Arbeit.
Altbürgermeister Albert Beer verwies in seinem Rückblick auf die vergangenen rund vier Jahrzehnte, in denen er den Ortsverband und den Ort selbst mitgestalten durfte. Die Gründungsväter der CSU hätten in der Nachkriegszeit den Anschluss an die Union im Bund erfolgreich verhindert und bis heute habe die CSU ihre Eigenständigkeit in Bayern bewahrt, so Beer. Bereits bei den Kommunalwahlen 1948 seien einige konservative Hepberger mit einer eigenen CSU-Liste angetreten, obwohl der Ortsverband erst im März 1949 gegründet wurde. Nach den schlechten Erfahrungen mit einer Parteimitgliedschaft, zolle er den Männern die damals die Hepberger CSU gründeten Respekt. In einer Zeit der Reformen übernahm Erich Schaufler 1968 den Vorsitz des Ortsverbandes. Bei den Wahlen 1972 erreichte die CSU mit 52 Prozent die absolute Mehrheit. Bedingt durch eine Führungskrise gingen die Wahlen 1975 und 78 verloren. Ein Jahr später wurde Simpert Gschwilm mit dem Vorsitz betraut. Als er zum Bürgermeister gewählt wurde trat er von diesem Amt zurück. Ihm folgte Reimund Geisenfelder, der den Ortsverband 12 Jahre erfolgreich führte. Beers Feststellung, unter der Ägide von Geisenfelder seien mehrere Bürgermeisterwahlen gewonnen und die Mehrheit im Gemeinderat wieder erreicht worden, quittierte die Versammlung mit Applaus.
Der Festredner des Abends, Staatsminister Siegfried Schneider, blickte eingangs auf seine Zeit als Ortsvorsitzender im Nachbarort Wettstetten und als Lehrer in Hepberg zurück. Er sei gerne in Hepberg gewesen, sagte der Minister. Einem Ort mit hohem Wohn- und Freizeitwert, der „wie auf einem Balkon über dem Donautal thront". Wir dürfen stolz sein, auf das was die CSU in diesen 60 Jahren in Hepberg und im ganzen Land geleistet hat. In den Ortsverbänden entscheide sich „ob etwas geht, oder nicht". Auch Schneider bezeichnete die Kämpfe während der Gebietsreform 1972 als eine schwierige Zeit. Aber auch in dieser Problemphase seien die Gemeinschaft sowie das Wohl der Menschen über persönliche Interessen gestellt worden. Waren wir nach dem Krieg noch ein armes Bauernland, so liegen nach einer aktuellen Studie von den 20 Topregionen des Bundes 18 in Bayern. Heute sind wir ein Hightech- Land und müssen es bleiben. Durch unsere hohe Wirtschaftskraft, aber auch wegen unserer Landschaft und den Menschen sind wir ein Zuzugsland, so Schneider- und die CSU sei die einzige Volkspartei in Bayern. 80 Prozent der Menschen in Bayern leisten ehrenamtliche Arbeit. „Ehrenämter sind ein Plusgeschäft für den Staat, denn dessen Leistung würde ein vielfaches kosten", sagte der Minister.
„Können wir uns die Annehmlichkeiten der letzten Jahre auch in Zukunft noch leisten?", blickte Bürgermeister Albin Steiner kritisch nach vorne. Noch sind wir schuldenfrei, aber durch den Rückgang der Einnahmen um rund ein Drittel im vergangenen Jahr, sei die Finanzkrise jetzt auch in Hepberg angekommen. Wir leben von der Einkommensteuer, sagte Steiner, die Gewerbesteuer ist für uns nur ein Zubrot. Wenn wir jedoch nichts unternehmen sind wir im gesamten Landkreis der Ort, in dem sich die Alterspyramide in den nächsten 20 Jahren am ungünstigsten entwickelt. Um dieser demographischen Entwicklung entgegen zu steuern wollen wir ein neues Baugebiet mit fast 90 Bauplätzen ausweisen. Daneben hat die Lösung der gravierenden Verkehrsprobleme oberste Priorität. Insbesondere die Ostumgehung des Ortes und die Entlastung der Weberkreuzung. Der Bürgermeister bat die Parteifreunde aus den Nachbarorten sich auch künftig mit für diese Projekte einzusetzen.
Heftigen Beifall erntete die junge Truppe Hepberger Musiker (der älteste ist gerade 18 Jahre alt), die sich Saustoimusi nennt, und zwischen den Reden sowie den Pausen für Kurzweil sorgte.
Ehrungen
Zahlreiche langjährige Mitglieder konnte der Vorsitzende der CSU Oberbayern, Staatsminister Siegfried Schneider und der Ortsvorsitzende der Hepberger CSU, Pitt Maier, beim Festabend zum 60 jährigen Gründungsfest des Ortsverbands auszeichnen. Allen voran Ulrich Maier, das einzige noch lebende Gründungsmitglied, für 60 Jahre. Als 22jähriger Jungspund war ich damals mit Abstand der jüngste, merkte Ehrenmitglied Maier an. Seit 30 Jahren halten Karl Beinrieder, Franz Obeth und Hubert Steiner dem Verband die Treue. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden Manfred Gschwilm, Manfred Hackner, Peter Hirsch, Erika Hofmeier, Josef Mühlbauer, Brigitte und Hans Mang, Alois Rauscher, Johannes Schärf und Herbert Wehling mit der CSU Ehrenurkunde und der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.