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23.08.2010

Titel „Diplom-Ingenieur“ soll im Rahmen des Bologna-Prozesses erhalten bleiben

Waldaschaff: Die CSU-Landtagsfraktion setzt sich im Rahmen der Bologna-Reform für den Erhalt des Titels „Diplom-Ingenieur“ ein. Der Waldaschaffer Landtagsabgeordnete Peter Winter zeigte sich verwundert, dass Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) im Nachrichtenmagazin „Focus“ die Wiedereinführung des Titels nun ablehne. „Uns gegenüber hatte Minister Heubisch erklärt, dass er die Regelung der TU München, also die Koppelung des Diplom-Ingenieurs an den Master mittragen wolle. Diese Regelung ist auch voll und ganz Bologna-kompatibel“, erklärte Winter, der auch Mitglied im CSU-Fraktionsvorstand ist.

Die ablehnende Haltung des Wissenschaftsministers stößt bei Winter auf Unverständnis: „Der akademische Grad eines Diplom-Ingenieurs ist ein international anerkanntes Gütesiegel für die Ingenieursausbildung an den bayerischen Universitäten und Fachhochschulen. Er ist eine deutsche Erfolgsgeschichte und als Ergebnis jahrzehntelanger erfolgreicher Hochschulpolitik zu einer echten Marke für Qualität „Made in Germany“ geworden. Er sollte daher im Rahmen der weiteren Bologna-Reformen erhalten bleiben“, so Winter.

Die Technische Universität (TU) München hatte angekündigt, den Titel „Diplom-Ingenieur“ parallel zum Master-Abschluss vergeben zu wollen. TU-Präsident Professor Dr. Wolfgang A. Herrmann hatte betont, dass dabei die zweistufige Ausbildungsstruktur beibehalten wird, weil sie zahlreiche Vorteile für den Aus- und Einstieg nach dem Bache-lor-Zwischenabschluss ermögliche.

Winter erläuterte, dass andere Länder, wie etwa Österreich, bereits vorgemacht hätten, wie man auch im Zuge des Bologna-Prozesses den weltweit seit etwa hundert Jahren bekannten akademischen Grad „Diplom-Ingenieur“ bewahren kann, ohne den Bologna-Reformprozess aufzukündigen.

Im Zuge des seit 1999 laufenden Bologna-Reformprozesses sollen die Studiengänge auf ein zweistufiges Studienmodell der Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt werden. Ziel ist es insbesondere, durch eine kompatible Studiengangstruktur die Mobilität und Vergleichbarkeit der akademischen Ausbildung in den Mitgliedsstaaten zu erhöhen und damit den entscheidenden Grundstein für einen „Europäischen Hochschulraum“ zu legen.