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Mütter besser für Jobs qualifizieren
Alleinerziehende – Was kann der Staat tun, um deren Situation zu verbessern?
Bild: Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Frauen, Gudrun Brendel-Fischer
Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Frauen, Gudrun Brendel-Fischer
Die Situation Alleinerziehender – 89 Prozent davon sind Frauen – kann nicht pauschal betrachtet werden, sie hängt in hohem Maße von individuellen Faktoren ab, die nicht immer alle staatlich regulierbar sind. So beeinflussen Bildungs- und Berufsabschluss, das Eingebundensein in ein verwandtschaftliches Netz, ein bezahlbares Kinderbetreuungsangebot und eine familienvereinbare Erwerbsmöglichkeit sowie die Verlässlichkeit des Kindsvaters beim Umgang und Unterhalt wesentlich den Selbstwert, die finanzielle Ausstattung und den gesellschaftlichen Status von Teilfamilien.

Neben der Vielzahl an monetären Leistungen, mit denen der Staat im Bedarfsfall einspringt, sehe ich Qualifizierungsangebote für die Mütter, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und flexible Kinderbetreuung (Randzeiten, Ferien) als bedeutsamste Herausforderungen an. Damit kann das höhere Armutsrisiko, das Haushalte mit Kindern mit nur einem Elternteil haben, nachhaltig gemindert werden. Zudem müssen verweigerte Unterhaltsansprüche durch staatliche Instanzen nachdrücklicher eingefordert werden. Erziehungskompetenz muss Bildungsziel werden, denn Kinder „großzuziehen“, ihre schulische Arbeit zu begleiten, Werte zu vermitteln und Orientierung zu geben, ist heutzutage ein Kraftakt, der für Alleinerziehende doppelt schwer zu bewältigen ist.

Vor allem Alleinerziehende ohne berufliche Basis müssen für Qualifizierungsprogramme gewonnen und für ein weitgehend selbständiges Lebensmodell motiviert werden. Überdenken muss die Politik die 2008 getroffene Unterhaltsrechtsregelung, die bereits ab dem dritten Geburtstag des Kindes ein Vollzeitarbeitsverhältnis von den Müttern erwartet und damit deren Überforderung begünstigt.

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