Filmempfang im Bayerischen Landtag
Am Puls der Zeit war die CSU-Landtagsfraktion mit ihrem traditionellen Filmgespräch beim Münchner Filmfest: „3D –Zukunft des Kinos!?“ lautete das Thema, das der medienpolitische Sprecher Eberhard Sinner mit renommierten Gästen diskutierte. Das Interesse der Filmbranche war enorm, wie der große Andrang in der Black Box im Gasteig zeigte.
Dr. Peter Sehr, Regisseur und Betreiber des Münchner ARRI-Kinos, erläuterte, dass sich die Kinotechnik schon immer in einem stetigen Entwicklungsprozess befunden habe. Vor 20 Jahren sei beispielsweise der Ton noch „Mono“ gewesen, inzwischen sei „Dolby Surround“ Standard. Beim Kino als Genuss für Augen und Ohren werde sich auch das Bild weiterentwickeln. Sehr verwies auch auf die 3D-Kamera „Alexa“, die bei ARRI in München entwickelt wurde und weltweit bis nach Hollywood mit großem Erfolg vertreiben werde. Der Kinobetreiber dankte auch dem FilmFernsehFonds (FFF) Bayern und der Bayerischen Staatsregierung, die die Digitalisierung der Kinos und die Umrüstung auf 3D unterstützten.
Über dieses Lob freute sich der bayerische Medienminister Siegfried Schneider: Mit 1,5 Millionen Euro Förderung habe man in Bayern bereits 90 Kinosäle auf 3D umrüsten können. Diese Förderung gebe es nur in Bayern, seitens des Bundes gebe es hier noch Nachholbedarf. Schneider berichtete auch vom eigenen Kinobesuch, wie beeindruckend das 3D-Erlebnis ist.
Michael Coldewey (Trixter) und Josef Kluger (KUK Filmproduktion) haben als innovative und mutige Unternehmer bereits viel in den 3D-Trend investiert und hier positive Maßstäbe gesetzt. Und es gibt noch mehr Firmen, die sich in Bayern mit dem 3D-Trend beschäftigen. Von Bayern aus werden neue Standards gesetzt, lobte Martin Moszkowicz (Constantin Film). Constantin Film bringt heuer noch drei 3D-Produktionen in die Kinos, darunter z.B. „Konferenz der Tiere“. Moszkowicz kritisierte jedoch, dass es einen Investitionsstau in den Kinos und daher zu wenig 3D-Abspielmöglichkeiten gebe. Hier müsste von den Kinobetreibern mehr investiert werden. Das unterstrich auch Thomas Menne (Disney Verleih Deutschland), der auch gerade für kleine Kinos in der (3D-)Digitalisierung Chancen sieht. Weil die digitalen Kopien billiger seien, könnten die Filme auch früher in kleine Kinos kommen. Zudem, so Barbara Schardt (Cluster audiovisuelle Medien Bayern), ergeben sich für Kinobetreiber auch neue Geschäftsmodelle, z.B. beim Übertragen von Fußballspielen oder Konzerten in 3D. Dies gelte wiederum besonders auch für Kinos im ländlichen Raum: So werde die erste Live-Übertragung eines Popkonzerts – Interpret: Fanta 4, Übertragung: KUK Filmproduktion – auch nach Aichach oder Schrobenhausen übertragen. Das Cluster audiovisuelle Medien hatte beim Filmfest in einer Ausstellung die gesamte Bandbreite und das Potenzial bayerischer Firmen bei der 3D-Technologie gezeigt.
Anschließend lud die CSU-Fraktion zu einem sommerlichen Empfang in die Arkaden des Bayerischen Landtags ein. Unter den rund 400 Gästen waren Steffen Kuchenreuther (SPIO – Spitzenorganisation der Filmwirtschaft) Filmfest-Chef Andreas Ströhl, FFF-Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Schaefer, die Produzenten Uschi Reich und Oliver Berben und BR-Fernsehspielchefin Bettina Reitz.