Private Fernsehanbieter in der Pflicht
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe aktive Bürgergesellschaft/Ehrenamt Oliver Jörg sieht private Fernsehanbieter stärker in der Pflicht.
Die Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement/Ehrenamt der CSU Landtagsfraktion diskutierte in Ihrem jüngsten Gesprächsforum gemeinsam mit dem Programmbeauftragten des Bayerischen Fernsehens, Prof. Andreas Bönte. Thema war die Frage, ob gute Nachrichten in der modernen Medienwelt noch eine Chance haben.
Es ist auch Aufgabe der Medien, über die positiven Leistungen des Ehrenamtes zu berichten“, erklärte Oliver Jörg, der Leiter der Arbeitsgruppe Aktive Bürgergesellschaft/Ehrenamt der CSU-Landtagsfraktion. „Auch die privaten Fernsehanbieter stehen hier in der Pflicht“, betonte Jörg. Er forderte eine stärkere öffentliche Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements.
„Der Bayerische Rundfunk hat mit seinem Beitrag zur Ehrenamtswoche der ARD und der Sendereihe „Bürgeraktiv“ unter Beweis gestellt, dass auch positive Nachrichten einen Programmschwerpunkt bilden können“, erläuterte Jörg. Die Sendereihe „Bürgeraktiv“ hatte Professor Andreas Bönte, Programmbeauftragter des Bayerischen Fernsehens, entwickelt. Der Fernsehjournalist diskutierte mit der Arbeitsgruppe Ehrenamt über die Frage, ob gute Nachrichten in der modernen Medienwelt noch eine Chance haben.
Mit einem Blick auf die privaten Rundfunkanbieter, die Printmedien und die Betreiber moderner Kommunikationsplattformen mahnte Jörg an, diese mögen sich die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärker zum Vorbild nehmen. Denn auch Berichte über positives Engagement könnten die Zuschauer, Zuhörer und Leser begeistern und zum Mitmachen anregen.
Die Gesprächspartner waren sich einig: Bürgerschaftliches Engagement hat in Bayern einen besonderen Stellenwert. Aber der gesellschaftliche Wandel bleibt auf das Ehrenamt nicht ohne Auswirkungen. Vor allem junge Menschen sind heute nicht mehr bereit, sich über Jahrzehnte zu verpflichten. Die Bereitschaft, Mitglied in einem Verband zu werden oder einen Vereinsvorsitz zu übernehmen, sei unter Jugendlichen kaum mehr vorzufinden. Die junge Generation lebe zunehmend von punktueller, projektbezogener und zeitlich befristeter Tätigkeit ohne langfristige Bindung an einen Verein oder eine Organisation. Aber auch hierin stecke ein großes Potential für den zukünftigen Zusammenhalt der Gesellschaft. Gerade das unkonventionelle Engagement gelte es deshalb ebenso zu unterstützen wie das klassische Ehrenamt. Wichtig sei die öffentliche Anerkennung des Bürgerengagements. Jörg fordert daher, dass auch neue Formen des Ehrenamtes durch den Freistaat ausgezeichnet werden müssen.