Im Rahmen eines Informationsbesuchs des Arbeitskreises für Umwelt- und Verbraucherschutz in Brüssel nahmen die Abgeordneten auch an der Sondersitzung „Energy Globe-Conference" des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments teil. Dort diskutierten Ehrengäste und Mitglieder des Ausschusses für Industrie- und Energiepolitik über vorbildliche Praktiken und Bewusstseinsveränderungen im Umgang mit Energie.
Der ehemalige UNO-Generalsekretär Koffi Annan betonte, dass der Klimawandel nicht nur ein Umweltproblem sei, sondern eine komplexe Gefahr für Sicherheit und Frieden und für die Weltwirtschaft. Er verwies auf die Berechnung des britischen Wirtschaftswissenschaftlers Nicholas Stern, wonach der weltwirtschaftliche Verlust aufgrund der Folgen des Klimawandels 20 Prozent betragen könnte. „Wenn wir weiter in dem Maße Energie konsumieren, wie wir es momentan tun", warnte Annan, „werden wir im 2030 50 Prozent mehr brauchen".
Michail Gorbatschow, letzter Staatschef der UdSSR und heute Präsident der Umweltorganisation Grünes Kreuz sowie einer Stiftung, die seinen Namen trägt, war ebenfalls unter den Konferenzteilnehmern. Er hatte am Abend zuvor im Europaparlament einen „Energy Globe Award" für sein Lebenswerk erhalten. Als Landwirtschaftsminister habe er gesehen, wie sehr die Umwelt geschädigt wurde und wie dies vor der Öffentlichkeit versteckt wurde. Er fordert eine Glasnost für die Umwelt: „Glasnost bedeutet Transparenz und die Mobilisierung von Regierung und Bevölkerung". Der Friedensnobelpreisträger warnte davor, die Entwicklungsländer ihrem Schicksal zu überlassen. „Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir müssen zusammenarbeiten. Die Umweltkrise ist die erste Priorität".
Die Vorsitzende des für Energiepolitik zuständigen Ausschusses im Europaparlament, die CSU-Abgeordnete Angelika Niebler, sagte: „Wir wollen, dass es keine Verlierer gibt. Das können wir nur durch massive Investitionen in innovative Techniken schaffen". Niebler betonte außerdem, dass es ein großes Potenzial gebe, Energie einzusparen. Auch Parlamentspräsident Pöttering sagte, noch konzentriere man sich nicht genug auf die Einsparmöglichkeiten. Energiesparen sei „die billigste und einfachste Art die Treibhausgase zu vermindern."
Weitere Themen der Informationsfahrt waren aktuelle Entwicklungen in der Europapolitik und die sichere und nachhaltige Lebensmittelversorgung in Europa.

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