Zentrale Bedeutung für eine erfolgreiche Schul- und Berufsbildung kommt dem Spracherwerb zu. Für Migrantenkinder werden daher gesondert Vorkurse in Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule angeboten, damit sie rechtzeitig vor Einschulung ausreichende Deutschkenntnisse erwerben. Die sehr hohe Besuchsquote von Migrantenkindern zeigt, dass Kindertageseinrichtungen zudem einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur frühen Integration leisten. Auch deutschsprachige Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen bedürfen einer intensivierte Sprachförderung. Durch ein Konzept von Sprachberatern werden die pädagogischen Kräfte hierbei unterstützt.
Neben der qualitativen Absicherung der pädagogischen Arbeit ist wesentliches Ziel bayerischer Politik, ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder aller Altersstufen bereitzustellen. Während dieses Ziel für die Altersgruppe der klassischen Kindergartenkinder bereits faktisch erfüllt ist, baut Bayern insbesondere für Kinder unter drei Jahren die Angebote massiv aus. So konnte die Versorgungsquote in dieser Altersgruppe von 3,5 Prozent (1.1.2002) auf 22,3 Prozent (1.1.2011) gesteigert werden und wird in den nächsten Jahren weiter massiv ausgebaut.
Unsere Anstrengungen richten sich aber nicht nur auf den Ausbau der Kindergrippenplätze. Wir setzen auch auf eine qualitative Weiterentwicklung der Kinderbetreuung. An erster Stelle steht dabei die Novellierung des BayKiBiG. Die verbesserte Förderung von Landkindergärten sowie die Abschaffung der Gastkinderregelung zur Stärkung des elterlichen Wahlrechts stehen dabei ebenso auf der Agenda wie eine Verbesserung des Anstellungsschlüssels.
„Wenn der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung im Jahr 2013 in einigen Kommunen Bayerns nicht erfüllt werden kann, liegt das jedenfalls nicht an mangelnder Unterstützung durch den Freistaat“, betonte Unterländer. „Bayern hat für den bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung ein eigenes Sonderprogramm geschaffen. Für jeden neu geschaffenen Platz trägt der Staat im Schnitt 70 Prozent der Kosten. Neben den Bundesmitteln in Höhe von 340 Millionen Euro, die ungekürzt an die Kommunen zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze weitergereicht wurden, wird Bayern bis 2013 mindestens weitere 500 Millionen Euro zur Verfügung stellen“, so Unterländer. Bei der Kabinettsklausur in St. Quirin war der Mittelansatz noch einmal deutlich erhöht worden. „Doch leider kann selbst das beste Förderprogramm die Versäumnisse der Landeshauptstadt München nicht ausgleichen.“
„(Kindergarten-, Anm. d. Verf.) Beitragsfreiheit ist und bleibt ein langfristiges Ziel.“Theresa Schopper und die grüne Landtagsfraktion in einem Antrag vom 24.10.2002„Mittelfristig ein gebührenfreies Kindergartenjahr vor der Schule"Die grüne Landtagsabgeordnete Theresa Schopper in einem Forderungskatalog gegenüber Caritas im Sommer 2005„Grünen-Chefin Theresa Schopper kritisierte die Gebührenreform (beitragsfreies Kindergartenjahr, Anm. d. Verf.) scharf als ‚Geschenk an die Gutverdiener‘“.Süddeutsche Zeitung vom 21.11.2011„Grüne fordern mehr Geld für den Ausbau einer hochwertigen Kinderbetreuung anstatt Kostenfreiheit im dritten Kindergartenjahr“Pressemitteilung der Landtagsfraktion der Grünen von heute
„Allein in diesem Jahr haben wir auf Grund des gestiegenen Bedarfs 84 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Um es deutlich zu sagen: Wegen fehlender Förderung des Landes ist bisher kein einziges Kita-Projekt gescheitert“, stellt Unterländer klar und fügt hinzu: „Die Landeshauptstadt München hat es im Übrigen versäumt, den zukünftigen Bedarf an Kita-Plätzen fundiert abzuschätzen. Das rächt sich nun. Leider kann der Freistaat solche Versäumnisse nicht einmal mit dem besten Förderprogramm ausgleichen.“
Durch das Bundeskinderschutzgesetz könnten sich leichter Netzwerke auf lokaler Ebene bilden, Jugendämter könnten untereinander besser zusammenarbeiten. „Das macht die Betreuung in vielen Fällen einfacher und effizienter“, so Brendel-Fischer. Zentral sei die Verbesserung der Zusammenarbeit der Jugendämter zum Schutz von Kindern, deren Eltern sich durch Wohnungswechsel der Kontaktaufnahme entziehen wollen. Auch die künftig nötige Pflicht zur Vorlage erweiterter Führungszeugnisse für alle in der Jugendhilfe beschäftigten Personen sowie für das Personal in den erlaubnispflichtigen Einrichtungen sei zum Schutz der Kinder wichtig.
Gleichzeitig fordern Unterländer und Brendel-Fischer Bundesfamilienministerin Kristina Schröder auf, einen unbürokratischen Vollzug zu ermöglichen. Nur so könnten die zuständigen Kommunalverwaltungen individuelle und bedarfsgerechte Lösungen für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche anbieten.
Bei einem Besuch des Vereins Kinderwelt, der für den Landkreis Eichstätt Tagesmütter qualifiziert und mit ihnen an 20 Standorten erfolgreich Großtagespflege für Kinder betreibt, informierten sich die beiden Landtagsabgeordneten über ein nachahmenswertes Modell. „Insbesondere bei weniger nachgefragten Betreuungssituationen in Randzeiten oder gar bei Übernachtungen böten qualitativ hochwertige Tagesmüttermodelle wie im Landkreis Eichstätt Chancen, Eltern und Alleinerziehenden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und die Arbeit von Kindertagesstätten zu ergänzen“, so Gudrun Brendel-Fischer. Aktuell sind in Eichstätt insgesamt 90 Tagespflegepersonen tätig und betreuen 320 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren.
Die beiden CSU-Politikerinnen halten ein räumliches Zusammenrücken von Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen für wünschenswert: Betagte Heimbewohner genießen das bunte Bild spielender Kinder, davon konnten sich Görlitz und Brendel-Fischer im Garten überzeugen, der von der Kinderwelt und dem Caritas-Seniorenheim gemeinsam genutzt wird.
„Tagesmütterbetreuung in einem öffentlichen Raum wird von manchen Eltern besser angenommen, als wenn Kinder traditionell in Privathaushalte gebracht werden, darauf sollten wir durch entsprechende Angebote in den Kommunen reagieren“, so Erika Görlitz. Für Gudrun Brendel-Fischer stellt das Konzept insbesondere für ländliche Regionen eine geeignete Möglichkeit dar, auch für wenige Kinder ein verlässliches Angebot bereitzustellen und zudem freie Ressourcen von Erzieherinnen zu nutzen. Nach Ansicht von Görlitz und Brendel-Fischer sei diese Option auch für die Wirtschaft ein attraktives Angebot, beispielsweise für Beschäftige in Betrieben mit Schichtarbeitszeit.