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20.06.2023

Kulturempfang im Maximilianeum

Vom Hip-Hop-Festival bis hin zur Blasmusik, vom Laientheater bis zur Impro-Aufführung, von der Staatsoper bis zur Dorfbühne – so vielfältig wie Bayerns Menschen ist auch das Kunst- und Kulturleben im Freistaat. Unter dem Motto „Weiß. Blau. Vielfältig“ trafen sich über 250 Kreative aus ganz Bayern zum Kulturempfang im Plenarsaal des Bayerischen Landtags. Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer, Staatsminister Markus Blume und Robert Brannekämper, Vorsitzender des Arbeitskreises für Wissenschaft und Kunst, betonten in Ihren Ansprachen die herausragende Stellung unseres Kunst- und Kulturlebens als Herzstück Bayerns und drückten ihre Wertschätzung für die kreativen Köpfe des Landes aus. 

Grafik: CSU-Fraktion
Von „kaum zu überschätzender Bedeutung“ sei das kulturelle Leben des Freistaats für die Bürgerinnen und Bürger Bayerns, eröffnete Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer die Veranstaltung. Deshalb ist es der Fraktion auch weiterhin wichtig, den Status Bayerns als Kulturstaat zu bewahren. „Mit dieser Fraktionsveranstaltung möchten wir deshalb auch eine Plattform bieten, um in den produktiven Austausch zu kommen und Netzwerke aufzubauen“, erörterte Kreuzer. 
 
In seinem Impulsvortrag ging Robert Brannekämper, Vorsitzender des Arbeitskreises für Wissenschaft und Kunst, auf die enorme kulturelle Kraft des Freistaats ein und betonte die Vielfältigkeit des bayerischen Kunst- und Kulturlebens. Brannekämper drückte seinen Respekt und die Wertschätzung für die bayerischen Kreativen aus, die trotz der teilweise enorm schwierigen Lage der vergangenen Jahre, weiterhin tagtäglich ihren Beitrag zum kulturellen Erleben im Freistaat leisten.  „Auch in der kommenden Legislaturperiode ist uns daher die finanzielle Förderung des Kunst- und Kulturlebens in Bayern ein großes Anliegen. Wir möchten Bayerns künstlerische Vielfalt wertschätzen, unterstützen und wiederbeleben“, so Brannekämper. 
 
Insbesondere nach den herausfordernden Pandemie-Zeiten sei die Kunst- und Kulturbranche auf die Mithilfe von Seiten der Politik angewiesen, führte Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, weiter aus. Schmerzlich erkannt habe man während der Corona-Pandemie, welch große Lücke es hinterlasse, wenn es auf den Bühnen des Landes plötzlich still werde und der „Sound des Freistaats“ verstumme. Den anwesenden Kunst- und Kulturschaffenden garantierte er daher: „In Bayern ist Raum für Kultur. Sie sind nicht alleine.“
 
Interessante Podiumsgäste boten bei der anschließenden Panel-Diskussion zum Thema „Kultur in Bayern heute – zwischen Stadt und Land, zwischen Cancel Culture und Kunstfreiheit“ Einblicke in ihre persönliche Sichtweise der Thematik. Moderiert wurde die Talkrunde vom Abgeordneten Andreas Jäckel, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit gezielten Fragen zum „Plaudern aus dem Nähkästchen“ anregte. Von der Musiklehrerin Elisabeth Rickl über den Sprecher des BBK Bayern, Christian Schnurer, bis hin zur „Kulturbürgermeisterin“ Nürnbergs, Prof. Dr. Julia Lehner, und den Münchner Kulturveranstalter David Boppert – das Thema Kunstfreiheit wurde aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet: Pädagogisch, Kommunalpolitisch und aus der Innensicht der Kreativbranche. 
 
„Die Grenze der Kunstfreiheit dürfe lediglich das aktive Vorgehen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung bilden“, stellte Künstler Christian Schnurer im Zuge des Panels klar. Er kritisierte, dass es bei der Rezeption und bei der öffentlichen Debatte von und über Kunst, immer weniger um die Analyse von Werken, Bildern oder Texten und ihren verschiedenen Ausdrucksformen gehe. Es würden zunehmend sachfremde Fragestellungen diskutiert, die von außen an die Kunst herangetragen werden – dadurch leide die Rezeption wie auch die Produktion von Kunst. 
 
Die Heranführung an Kunstwerke und auch die Befähigung zur grundständigen Analyse von Kunstwerken – das ist Elisabeth Rickls täglicher Schaffenskreis. Für die Studiendirektorin aus dem Landkreis Passau steht fest, dass die Wurzeln für künstlerische Rezeption und Produktion in der Schule liegen. „Damit Bayern auch künftig Kulturstaat bleibt, müssten die nachwachsenden Generationen immer wieder neu für Kultur gewonnen werden“, so die Musiklehrerin.
 
Die Pandemie-Zeit war in dieser Hinsicht eine „Blaupause“ und es gebe im pädagogischen Bereich durchaus einiges aufzuholen, so Rickl. Auch der Münchner Kulturveranstalter David Boppert, Leiter der Münchner Kultur GmbH, berichtete, dass das Publikum nach der Corona-Pandemie zwar hungrig nach Erlebnissen in Kunst und Kultur sei, allerdings durch die Lockdowns viele feste Abonnenten weggebrochen seien, die es nun erst wieder fest zu binden gelte.  Boppert erklärte: „Viele Besucher entscheiden sich erst kurz vor einem Konzert oder Event, dorthin zu gehen“.  Durch diese mangelnde Kalkulierbarkeit werde der Job des Kulturveranstalters leider immer riskanter. 
 
Doch so schwierig die Corona-Pandemie für die Kreativen des Landes auch war – positive Entwicklungen aus dieser Zeit gebe es durchaus auch zu vermelden, erklärte Nürnbergs „Kulturbürgermeisterin“ Prof. Dr. Julia Lehner. „Die Corona-Pandemie hat auch zu einem engeren Draht zwischen Künstlern, Politik und Verwaltung geführt. Vielfach ist es hier gelungen, Bürokratie zu reduzieren. Dieser unkompliziertere Umgang muss nun auch nach Corona weiter erhalten bleiben und gepflegt werden“, bekräftigte Lehner. 
 
In Fragen der Kunstfreiheit wies Lehner darauf hin, dass sie in ihrer Rolle als zweite Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg eine besondere Verantwortung gegenüber der Geschichte habe: Schließlich handele es sich bei ihrer Stadt um den Ort der Reichsparteitage und der Nürnberger Gesetze. „Ich sehe es daher als meine Verantwortung an, einzuschreiten, wenn die Grenzen von Kunstfreiheit überschritten werden“, so die Kommunalpolitikerin. 

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