Barbara Becker, Maximilian Böltl, Kerstin Schreyer, Thomas Huber, Ilse Aigner, Daniel Artmann, Konrad Baur, Winfried Bausback, Andrea Behr, Stefan Ebner, Ute Eiling-Hütig, Kristan Freiherr von Waldenfels, Martina Gießübel, Petra Guttenberger, Josef Heisl, Gerhard Hopp, Melanie Huml, Petra Högl, Björn Jungbauer, Andreas Jäckel, Andreas Kaufmann, Manuel Knoll, Joachim Konrad, Petra Loibl, Stefan Meyer, Benjamin Miskowitsch, Martin Mittag, Walter Nussel, Stephan Oetzinger, Jenny Schack, Andreas Schalk, Josef Schmid, Helmut Schnotz, Sascha Schnürer, Tanja Schorer-Dremel, Werner Stieglitz, Martin Stock, Carolina Trautner, Steffen Vogel, Peter Wachler, Florian Streibl, Felix Locke, Markus Saller, Tobias Beck, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Susann Enders, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Michael Koller, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Anton Rittel, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller
Die Staatsregierung wird aufgefordert, im Ausschuss für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung über weibliches Unternehmertum und Gründertum in Bayern zu berichten.
Der Bericht soll auf folgende Fragen eingehen:
- Wie haben sich die Gründungsaktivitäten von Frauen in den vergangenen fünf bis zehn Jahren entwickelt- Dabei soll auch auf Investitions- und Finanzierungsentscheidungen durch Banken und Wagniskapitalgeber eingegangen werden.
- Gibt es gezielte Mediations-, Vernetzungs- und Beratungsangebote für Frauen, etwa auch für Übergebende und potenzielle weibliche Unternehmensnachfolgerinnen-
- Existieren spezielle Gründerinnen- und Unternehmerinnenprogramme, etwa auch um die Frauen in ihrer individuellen Familiensituation zu unterstützen-
- Welche Unterstützungsmaßnahmen wären geeignet, damit mehr Frauen unternehmerisch tätig werden können-
- Welche Maßnahmen könnten die Vereinbarkeit von Familie und Gründung verbessern, insbesondere hinsichtlich der Kinderbetreuungsangebote in Randzeiten, der Inanspruchnahme privater Kinderbetreuungsangebote sowie hinsichtlich der Absicherung rund um die Geburt eines Kindes und die Elternzeit-
- Ob und wie wird Unternehmertum und speziell weibliches Unternehmertum an den Schulen derzeit vermittelt- Wie ist die Thematik im LehrplanPLUS an den Mittel-, Realschulen und Gymnasien verankert und wie kann sie noch besser vermittelt werden, z. B. im Fach Wirtschaft und Recht oder durch gezielte Begegnungen im Rahmen von Praktika oder Projektwochen- Und wie werden aktuell Frauen gezielt für technische Berufe, die oftmals Basis für Gründungen im Technologiebereich sind, gewonnen-
Die Staatsregierung wird zudem aufgefordert, zu prüfen, inwieweit im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel ein bayerischer Unternehmerinnen- und Gründerinnenpreises ausgelobt werden kann. Ziel ist ein gezieltes Sichtbarmachen von erfolgreichen Unternehmerinnen und Gründerinnen als positive Vorbilder in der Öffentlichkeit.
Female Foundership, also die Gründung und Führung von Unternehmen durch Frauen, bringt eine Reihe von spezifischen Herausforderungen mit sich, z.B. erhalten Frauen im Vergleich zu Männern oft geringere Kreditlinien und weniger Wagniskapital.
Frauen sind derzeit noch völlig unterrepräsentiert in der Gründerszene. Sie wünschen sich in der Gründungsphase eine intensivere Begleitung.
Um den Gründerinnen- und Unternehmerinnenanteil signifikant zu steigern, braucht es daher starke Initiativen und auf die Bedürfnisse von Frauen maßgeschneiderte Unterstützungsmöglichkeiten. Denn die Kreativität und das Organisationstalent von Frauen kann gerade in krisenhaften Zeiten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, damit die Wirtschaft wieder Tritt fasst. Klar ist auch: die Rahmenbedingungen müssen auch für die Lebensentwürfe von Frauen, die gründen oder ein Unternehmen übernehmen wollen, stimmen. Daher sind die bestehenden Programme darauf hin zu durchleuchten, wie weibliches Gründertum und Unternehmerinnentum noch gezielter gefördert werden könnte. Außerdem soll die Auslobung eines bayerischen Unternehmerinnen- und Gründerinnenpreises geprüft werden, um erfolgreiche Unternehmerinnen und Gründerinnen als positive Vorbilder in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.
Eine wesentliche Hürde ist für Gründungen die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Dem Female Foundership Monitor des Bundesverband Deutsche Startups e.V. zufolge sehen über 80 % der Gründerinnen den Ausbau von Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Gründung als wichtigen Hebel zur Stärkung des Startup-Ökosystems. Problematisch ist insbesondere, dass während Schwangerschaften und der ersten Lebensjahre von Kindern keine adäquate Unterstützung besteht. Beim Elterngeld sind die erforderlichen Angaben von Arbeitszeiten und Hinzuverdienst bei der Antragstellung für Gründerinnen kaum leistbar. Es mangelt es an Kinderbetreuungsangeboten, unter anderem in Randzeiten. Nehmen Gründerinnen mangels öffentlicher Betreuungsangebote private Einrichtungen in Anspruch, sind die damit verbundenen Kosten steuerlich nur begrenzt absetzbar. Hier liegt ein entscheidender Hebel für die Unterstützung von weiblichem Gründertum.
