Antragssuche

Haushaltsplan 2026/27;
hier: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg
(Kap. 15 23 Tit. 686 45 neu)

17.03.2026 - Änderungsantrag |

Initiatoren:
Klaus Holetschek, Michael Hofmann, Winfried Bausback, Josef Zellmeier, Robert Brannekämper, Barbara Becker, Daniel Artmann, Volker Bauer, Maximilian Böltl, Franc Dierl, Alex Dorow, Patrick Grossmann, Petra Guttenberger, Josef Heisl, Gerhard Hopp, Andreas Jäckel, Manuel Knoll, Harald Kühn, Petra Loibl, Stefan Meyer, Stephan Oetzinger, Andreas Schalk, Martin Schöffel, Bernhard Seidenath, Werner Stieglitz, Peter Tomaschko, Peter Wachler, Florian Streibl, Felix Locke, Bernhard Pohl, Tobias Beck, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Susann Enders, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Michael Koller, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Julian Preidl, Anton Rittel, Markus Saller, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller

Im Entwurf des Haushaltsplans 2026/2027 wird folgende Änderung vorgenommen:


 


In Kap. 15 23 wird neuer Titel 686 45 mit der Zweckbestimmung -Zuschuss an das Bukowina-Institut- ausgebracht und im Jahr 2026 und mit 335,0 Tsd. - dotiert.


 


Zur Deckung erfolgt aus Kap. 13 02 Tit. 893 06.



Mit den Mitteln soll das Bukowina-Institut an der Universität Augsburg die dem Institut kürzlich neu zugegangen Akten zur Geschichte der Vertreibung, Flucht und Integration auswerten können. Die Akten bezeugen nicht nur Flucht und Vertreibung, sondern gerade auch die Integration der verschiedenen Landsmannschaften in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft und ihr Verhältnis zueinander. Im Rahmen des Projektes sollen die Bestände digitalisiert werden. Hier soll beispielhafte Forschung auch für andere Vertriebenengruppen geleistet werden.  


Das Bukowina-Institut ist seit 2003 ein An-Institut der Universität Augsburg. Es widmet sich der Erforschung und Vermittlung der Kultur und Geschichte der historischen Region Bukowina. Von 1774 bis zum Ersten Weltkrieg zählte die Bukowina zu den am stärksten multiethnisch geprägten Kronländern des Habsburger Reiches. In Chernivtsi, damals Czernowitz, erschienen vor dem Ersten Weltkrieg Zeitungen in sechs Sprachen und drei Schriften. Das brachte der Region unter Zeitgenossen den Beinamen -Europa im Kleinen- ein. Zwangsumsiedlung und Holocaust setzten dieser gelebten Vielfalt im 20. Jahrhundert ein Ende. Etwa 90.000 Juden wurden von rumänischen Truppen - das Königreich Rumänien war im Bund mit Nazideutschland - deportiert, davon starben nach Schätzungen die Hälfte. Heute ist die Region geteilt, weil der nördliche Teil mit der Hauptstadt Chernivtsi 1940 von der Sowjetunion besetzt und nach dem zweiten Weltkrieg der Ukrainischen Sozialistischen Republik (UkrSSR) zugeschlagen wurde und der südliche Teil mit der Hauptstadt Suceava bei Rumänien verblieb. Bereits 1955 übernahm der Bezirk Schwaben die Patenschaft über die Deutschen aus der Bukowina, die im Rahmen der Umsiedlungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs in die Bundesrepublik Deutschland, und auch nach Schwaben, gekommen waren. 1988 wurde auf Initiative des damaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher das Bukowina-Institut gegründet, um die Kultur und die Geschichte der Bukowina zu erforschen, dokumentieren und bewahren. Das Institut wird von einem Trägerverein unterhalten und vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie vom Bezirk Schwaben finanziell unterstützt. 

Zurück zur Übersicht