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Ambulante medizinische Versorgung zukunftsfit sichern IX: Ärztliche Expertise aus den sechs bayerischen Uniklinika stärker in die Fläche bringen

02.10.2026 - Antrag |

Initiatoren:
Bernhard Seidenath, Thomas Huber, Winfried Bausback, Tanja Schorer-Dremel, Andrea Behr, Thorsten Freudenberger, Martina Gießübel, Josef Heisl, Melanie Huml, Andreas Jäckel, Stefan Meyer, Martin Mittag, Helmut Schnotz, Sascha Schnürer, Carolina Trautner, Florian Streibl, Felix Locke, Susann Enders, Martin Behringer, Martin Brunnhuber, Stefan Frühbeißer, Johann Groß, Wolfgang Hauber, Bernhard Heinisch, Alexander Hold, Marina Jakob, Nikolaus Kraus, Josef Lausch, Christian Lindinger, Rainer Ludwig, Ulrike Müller, Michael Piazolo, Bernhard Pohl, Julian Preidl, Anton Rittel, Martin Rosenberger, Markus Saller, Martin Scharf, Werner Schießl, Gabi Schmidt, Johanna Schramm, Roswitha Toso, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer, Felix von Zobel, Thomas Zöller

Der Landtag stellt fest, dass die Universitätsmedizin bereits heute eine tragende Säule der medizinischen Versorgung, der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses für ganz Bayern ist. Dieser Weg, die hohe ärztliche Expertise, die in den sechs Uniklinika Bayerns konzentriert ist, für die ärztliche Versorgung in der Fläche noch besser zu nutzen, sollte weiter beschritten werden.


Die Staatsregierung wird daher aufgefordert, unter Wahrung der Hochschulautonomie und im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel die Einbindung der Universitätskliniken in regionale und insbesondere ländliche Versorgungsstrukturen sowie Kooperationen zwischen Universitäten, Kliniken und ambulanten Leistungserbringern weiter zu stärken. 


Dabei sollte insbesondere die ambulante Versorgung noch stärker in Forschung und Lehre integriert werden.



Universitätskliniken sichern die Versorgung bei hochkomplexen Erkrankungen, treiben medizinische Innovationen voran und bilden einen Großteil des ärztlichen Nachwuchses aus. Bereits heute wirken sie über akademische Lehrkrankenhäuser und Lehrpraxen in die Fläche hinein und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Qualität der Versorgung der Menschen in unserem Land. So konnten die Universitäten rund 700 Lehrpraxen für die Unterstützung der Ausbildung der Medizinstudierenden gewinnen, davon befinden sich mehr als die Hälfte im ländlichen Raum.


Angesichts regionaler Versorgungsunterschiede gilt es jedoch, diese Rolle konsequent weiterzuentwickeln. Universitätskliniken verfügen über die notwendige Expertise, Strahlkraft und Infrastruktur, um als Ankerinstitutionen moderner Versorgungsnetzwerke zu fungieren und so die medizinische Versorgung auch außerhalb der großen Zentren nachhaltig zu stabilisieren.


Wer Ärztinnen und Ärzte frühzeitig mit der Versorgung im ländlichen Raum vertraut macht, erhöht nachweislich die Wahrscheinlichkeit einer späteren Niederlassung oder Tätigkeit in diesen Regionen. Dezentrale Weiterbildungsangebote, verlässliche Kooperationsstrukturen und planbare Karrierewege sind daher zentrale Erfolgsfaktoren einer vorausschauenden Gesundheitspolitik.


Ziel muss es sein, die Stärken der Universitätsmedizin noch systematischer für die Fläche zu nutzen und eine eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen universitärer Medizin und ambulanter Versorgung zu etablieren. Nur so kann es gelingen, die Attraktivität ärztlicher Tätigkeiten außerhalb der Ballungsräume nachhaltig zu steigern und eine flächendeckende medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

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