Gesundheitsland Bayern

Glück und Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang. Laut dem Glücksatlas der Deutschen Post liegt der Freistaat regelmäßig weit vorne, was die Lebenszufriedenheit seiner Bürgerinnen und Bürger anbelangt – das spricht auch für unser gut funktionierendes Gesundheitssystem.

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Wie aus der forsa Studie „Stadt. Land. Gesund“ (09/2022) hervorgeht, ist die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung mit 83 Prozent überaus zufrieden mit der medizinischen Versorgung vor Ort. Bereits jetzt sind in der Gesundheits- und Pflegebranche viermal so viele Arbeitnehmer beschäftigt wie in der Automobilindustrie. Gleichzeitig ist Bayern Top-Standort in den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie und Pharmaindustrie und belegt im bundesdeutschen Vergleich seit Jahren einen Spitzenplatz, was die Ärztedichte angeht.

Gesundheitsversorgung vor Ort

So vielfältig wie unser Bayern ist, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die lokalen pflegerischen und medizinischen Versorgungsstrukturen. Regionale Akteure können dabei die Lage vor Ort am besten beurteilen und passgenaue Lösungen entwickeln. Um die gesundheitliche und pflegerische Infrastruktur flächendeckend zu optimieren, investiert der Freistaat in den Aufbau und Betrieb von derzeit rund 60 Gesundheitsregionenplus. Diese Gesundheitsnetzwerke werden mit
250.000 Euro auf fünf Jahre gefördert und begegnen den Herausforderungen Pflege, Gesundheitsversorgung und -prävention auf kommunaler Ebene.


Wir holen Ärzte aufs Land

28.400 ambulante Ärzte, 33.000 Mediziner in Krankenhäusern, 12.000 Zahnärzte und 7.000 psychologische Psychotherapeuten – seit Jahren zählt Bayern zu den Bundesländern mit der größten Ärztedichte. Die zukünftige Sicherstellung der (haus)ärztlichen Versorgung besonders im ländlichen Raum ist uns dabei ein großes Anliegen. Deshalb halten wir mit der Landarztquote sechs Prozent der Medizinstudienplätze für Studierende frei, die sich dafür entscheiden, nach ihrem Studium als Arzt auf dem Land tätig sein zu wollen. Seit 2012 hat der Freistaat außerdem 948 Niederlassungen von Ärzten und Psychotherapeuten im ländlichen Raum gefördert und 279 angehende Landärzte mittels eines Stipendiums unterstützt.


Gemeinsam gegen den Ärztemangel

Was den Ausbau von Medizinstudienplätzen angeht, hat Bayern schon jetzt eine Vorreiterrolle inne: Mit der Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg im Jahr 2016 und deren fortwährendem Ausbau wurde die Grundlage geschaffen, künftig mehr als 1.500 angehende Mediziner allein in der Fuggerstadt ausbilden zu können! Daneben gibt es seit dem Wintersemester 2019/20 20 zusätzliche Studienanfängerplätze am Medizincampus Oberfranken sowie Lehrstühle für Allgemeinmedizin an fast allen Medizinfakultäten. Über 600 neue Medizinstudienplätze werden außerdem durch den Medizincampus Niederbayern entstehen, der den ärztlichen Nachwuchs an den vier niederbayerischen Standorten Deggendorf, Passau, Landshut und Straubing ausbilden soll.
Bayerns Engagement beim Ausbau von Medizinstudienplätzen ist vorbildlich. Es ist dringend notwendig, dass sich auch andere Bundesländer am Beispiel des Freistaats orientieren und sich aktiv am Ausbau von Medizinstudienplätzen beteiligen. Nur so können wir bundesweit die Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten langfristig sicherstellen.


Wir investieren in das Krankenhaus in Ihrer Nähe

Um eine hochwertige und flächendeckende Versorgung mit Krankenhäusern zu gewährleisten, investiert der Freistaat Bayern zusammen mit den Kommunen bereits seit 1972 in den Bau von Plankrankenhäusern – insgesamt rund 25 Milliarden Euro. Um die Versorgungsstruktur an über 400 bayerischen Krankenhäusern weiter zu optimieren, sind aktuell 132 Krankenhausbauprojekte mit rund 4,2 Milliarden Euro in die Jahreskrankenhausbauprogramme eingeplant.


Pflege – zukunftsfähig und direkt am Menschen

Pflegebedürftige und deren Angehörige brauchen unsere Unterstützung! Der Verbleib im gewohnten räumlich-sozialen Umfeld stellt dabei für viele Pflegebedürftige eine wichtige Stütze der Lebenszufriedenheit dar. Deshalb stärken wir nicht nur die stationäre Pflege und ambulante Wohngemeinschaften, sondern setzen auch auf wohnortnahe unmittelbare Angebote, die sich direkt am Menschen orientieren. Ein Beispiel dafür sind Pflegestützpunkte als Anlaufstelle für pflegende Angehörige oder das Modellprojekt Gemeindeschwesterplus, welches 2021 als Pilotversuch im Oberen Frankenwald startete. Ziel ist es, „Gemeindeschwestern“ als Netzwerkmanagerinnen, Helferinnen und Vermittlerinnen direkt vor Ort zu etablieren, um die Pflege im häuslichen Bereich zu stärken und pflegende Angehörige zu entlasten. Durch die Einrichtung der vom Freistaat geförderten Koordinationsstelle „Pflege und Wohnen“ werden außerdem Kommunen unterstützt, ortsnahe Pflegelösungen in ganz Bayern zu entwickeln.
„Gute Pflege. Daheim in Bayern“ – nach dieser Strategie baut der Freistaat das Förderprogramm PflegeSoNah (Förderrichtlinie „Pflege im sozialen Nahraum“) weiter aus. Über Letzteres konnten seit 2020 rund 2.000 Pflegeplätze und vier Begegnungsstätten gefördert werden! Daneben werden regelmäßig auch Modellprojekte und neue Kurzzeitpflegeplätze bezuschusst. 100 Millionen Euro stehen deshalb auch im Haushaltsjahr 2022 für diesen wichtigen Sektor bereit.


Schwerpunkt Demenz

Mit der Bayerischen Demenzstrategie gibt es seit 2013 zahlreiche Projekte, die nicht nur die Aufklärung und Sensibilisierung der Gesellschaft in Bezug auf Demenz zum Ziel haben, sondern auch aktiv die Lebensbedingungen demenzerkrankter Personen verbessern und mehr gesellschaftliche Teilhabe für diese ermöglichen möchten. Bereits heute weist mehr als jeder Dritte in der Altersgruppe der über 90- Jährigen demenzielle Symptome auf. Durch die fortschreitende Alterung der Gesellschaft sind für das Jahr 2030 bayernweit rund 300.000 Betroffene prognostiziert. Eine Demenz ist für Betroffene und deren Angehörige eine große Herausforderung und stellt im Alltag oft eine starke Belastung dar. Infos zum Thema gibt es hier.


Landespflegegeld – bundesweit einzigartig!

Das gibt’s sonst nirgends: Mit dem Bayerischen Landespflegegeld hat der Freistaat eine Leistung geschaffen, die in der Bundesrepublik Alleinstellung hat. Pflegebedürftige Menschen ab Pflegegrad 2 werden durch den Zuschuss mit zusätzlichen 1.000 Euro pro Jahr unterstützt. Im Haushaltsjahr 2022 stehen dafür ganze 430 Millionen Euro zur Verfügung.


Bonus und „Gründerpaket“ für Hebammen

Die Zahl der Geburten in Bayern steigt – aus diesem Grund werden in absehbarer Zeit auch mehr Hebammen und Entbindungspfleger benötigt. Sie sind es, die für Mutter und Kind in den Stunden vor, während und nach der Geburt unschätzbar Wertvolles leisten. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen und die wertvolle Arbeit der freiberuflichen Hebammen/ Entbindungspfleger zu unterstützen, zahlt der Freistaat seit 2018 einen Bonus von 1.000 Euro pro Jahr an GeburtshelferInnen, die selbstständig in Bayern tätig sind. Freiberufliche Niederlassungen von Hebammen/ Entbindungspflegern können indes durch das „Gründerpaket“ für Hebammen mit einmalig 5.000 Euro gefördert werden.
Außerdem konnten zusätzliche Studienplätze für Hebammen geschaffen werden, sodass nun bayernweit mehr als 200 zur Verfügung stehen.


Gesundheit und Pflege – eine „Leitökonomie“

Mit rund 60 Milliarden Euro jährlich werden in den Bereichen Gesundheit und Pflege etwa 10,5 Prozent der Gesamtwirtschaft Bayerns erzielt. Damit hat die Branche das Potential eine Leitökonomie des 21. Jahrhunderts zu werden. Bereits im Jahr 2022 ist jeder sechste Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig
– dazu zählen neben Arbeitnehmern in ambulanten und stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen auch jene bei Pharmaherstellern, in der Medizintechnik oder im Gesundheitstourismus. Mit gut 275 Biotechnologie-Unternehmen und 223 weiteren Unternehmen aus Pharma, klinischer Forschung und Entwicklung sowie Laborbedarf gilt Bayern als einer der Spitzenstandorte für medizinische und biopharmazeutische Biotechnologie in Deutschland.
Internationale Konzerne wie die Siemens Healthineers AG, die Roche Deutschland Holding GmbH (Penzberg), die Brainlab AG und viele starke mittelständische Unternehmen profitieren vom Spitzenstandort Bayern durch beste Produktionsbedingungen vor Ort und viele aktive Branchen. Auch die hohe Kompetenz unserer bayerischen Hochschulen ist maßgeblich. Mit Forschungsverbünden wie dem Medical Valley Nürnberg-Erlangen, dem Forum MedTech Pharma e.V. oder der BioTech-Region München/ Martinsried existieren in Bayern gleich mehrere Spitzencluster im Life Science Bereich, bei denen Wissenschaftler mit Akteuren aus der Wirtschaft zusammenarbeiten, um Forschungsergebnisse in marktreife Produkte umzusetzen.
Die Stärken der Standorte München (Planegg-Martinsried und Freising-Weihenstephan), Regensburg und Nordbayern (Würzburg, Erlangen/Nürnberg, Bayreuth) werden im bayerischen Cluster Biotechnologie gebündelt, um ein Netzwerk zu schaffen, das auch Unternehmen und Institute anderer Regionen aktiv einbindet.
Auf internationalem Spitzenniveau forschen außerdem unsere sechs bayerischen Universitätskliniken – wiederholt ging der renommierte Leibniz-Preis an ForscherInnen aus Bayern. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen – die drei Max-Planck-Institute für Neurobiologie, Psychiatrie und Biochemie sowie das Helmholtz-Zentrum München – leisten ebenfalls herausragende Beiträge für die Gesundheitsforschung.


Gesundheit und Pflege 2.0

Für den medizinischen Sektor bietet die Digitalisierung große Chancen: Mit insgesamt rund 40 Millionen Euro seit 1992 fördert der Freistaat Bayern deshalb regelmäßig innovative Telemedizinprojekte, die die Möglichkeiten digitaler Assistenzen im Gesundheits- und Pflegebereich erproben. Mit Projekten wie DigiMed Bayern und digiOnko werden überdies Leuchtturmprojekte aus dem Bereich der Personalisierten Medizin bezuschusst – diese sollen Diagnose und Therapie auf digitaler Basis ermöglichen.


Themenseite Gesundheitsland Bayern

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