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09.02.2017

Zweckentfremdung von Wohnraum: Welche Maßnahmen sind nötig?

Eberhard Rotter, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag:

Eberhard Rotter, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag
Bayern war eines der ersten Bundesländer, das gesetzlich gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorgegangen ist. Damals wollte die Staatsregierung in erster Linie verhindern, dass vor allem in großen Städten dringend benötigter Wohnraum in Geschäftsflächen umgewandelt wird und so dem Mietmarkt entzogen wird. Inzwischen ist das größere Problem aber die geschäftsmäßige Vermietung von Wohnraum an Touristen. Das ist für die Eigentümer zwar profitabel, vor allem wenn es sich um sogenannte Medizintouristen handelt, die für Wohnraum während medizinischer Eingriffe in Städten wie München horrende Preise zahlen. Wohnraum soll aber den Menschen dauerhaft zur Verfügung stehen, die händeringend nach einer Wohnung suchen und nicht aus reiner Profitgier zweckentfremdet werden. Dieses Phänomen bereitet übrigens auch Hotels und Pensionen Probleme, die so einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt sind und Gäste verlieren.

Die Bayerische Staatsregierung hat bereits im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf gegen die Zweckentfremdung auf den Weg gebracht in dem den Gemeinden mit Wohnraummangel auch künftig eine Ermächtigung gegeben wird, Zweckentfremdungssatzungen zu erlassen und auf dieser Grundlage gegen die Umwandlung von Wohnraum in Gewerberaum, gegen Abriss oder Leerstand von Wohnraum sowie gegen Medizintourismus in Privatwohnungen vorzugehen.

Die CSU-Fraktion begrüßt auch die geplante deutliche Erhöhung des Bußgeldrahmens und die Erweiterung der Auskunftspflicht. Sie soll sich künftig zum Beispiel auch auf Online-Portale erstrecken, die unter anderem Medizintouristen vermitteln. Das Gesetz soll also deutlich verschärft werden und künftig unbefristet gelten um Zweckentfremdungen bestmöglich zu verhindern.

Diese geplanten Verbesserungen findet offensichtlich auch die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag gut. Anders ist nicht zu erklären, dass sie den Gesetzentwurf der Staatsregierung weitgehend kopiert hat. Wir werten dieses unredliche Vorgehen als zähneknirschende Anerkennung der guten Arbeit der Bayerischen Staatsregierung.
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