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22.06.2017

Parlamentarisches Frühstück mit der Kinderhilfe Afghanistan

Auf Einladung des Vorsitzenden des Arbeitskreises Wehrpolitik,  Staatssekretär Johannes Hintersberger, fand ein Treffen mit Dr. med. Reinhard Erös, einem ausgewiesenen Afghanistan-Experten und Gründer der Kinderhilfe Afghanistan, statt. Die CSU-Abgeordneten informierten sich über die Projekte der Kinderhilfe, die aktuelle Fluchtbewegung aus Afghanistan und deren eigentlichen Ursachen.

Foto: Sabrina Lacher | © CSU-Fraktion

Erös betonte: „Allein in den beiden vergangenen Jahren kamen 180.000 Afghanen nach Deutschland und eine weitere Million „sitzt bereits auf gepackten Koffern“ – wie es vor wenigen Wochen der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller formulierte.“
„Die jetzigen Flüchtlinge, so Erös weiter, seien zumeist junge Männer - kaum gebildet, etwa die Hälfte seien faktisch Analphabeten. Sie drängten nicht nach Deutschland, um einem Bomben-Krieg wie z.B. Syrien, sondern einem Staat zu entfliehen, in dem staatliche Strukturen kaum funktionierten, einem Land mit der weltweit höchsten Korruption, wo in vielen Provinzen das Schulsystem und die medizinische Versorgung darniederliege und das alles bei einer Arbeitslosenquote von 70 Prozent.“

Die beste Fluchtursachenbekämpfung? – Erös brachte es so auf den Punkt: „Bildung, medizinische Versorgung – und: Jobs, Jobs, Jobs.“ Staatliche Entwicklungshilfe der „üblichen Art“  dagegen verläuft, so Erös weiter, zu Dreiviertel in den Kanälen der Korruption.

Staatssekretär Hintersberger dankte Dr. Erös für seinen lebensnahen, authentischen Bericht aus seinen persönlichen Erfahrungen heraus und sein großartiges  jahrzehntelanges Engagement: „Die Kinderhilfe Afghanistan beschreitet bei der Bekämpfung von Fluchtursachen einen effizienten und beispielhaften Weg: 30 Schulen für 60.000 Kinder  - vorwiegend Mädchen - und 2.000 Lehrkräfte,  Ausbildungswerkstätten, eine Deutsch-Afghanische-Friedensuniversität, sogar christlich-muslimische Oberschulen – das ist engagierte Hilfe, die wirklich ankommt.“ Landtagspräsidentin Barbara Stamm resümierte: „Die Kinderhilfe Afghanistan hilft denen, die es am Dringendsten brauchen: den  Mädchen und Frauen in Afghanistan. Ihre Schulen, Waisenhäuser, ihre Mutter-Kind-Klinik für Rückkehrer nach Afghanistan – das alles ist vorbildhafte Stärkung der Schwächsten in diesem Land.“

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