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Todesfälle durch multiresistente Keime vermeiden IV - Studie zu einem reduzierten Antibiotikaeinsatz

21.12.2018 - Antrag | 18/3320

Initiatoren:
Bernhard Seidenath, Tanja Schorer-Dremel, Barbara Becker, Ute Eiling-Hütig, Klaus Holetschek, Beate Merk, Martin Mittag, Helmut Radlmeier, Manuel Westphal, Florian Streibl, Fabian Mehring, Susann Enders, Peter Bauer, Manfred Eibl, Hubert Faltermeier, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Eva Gottstein, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Johann Häusler, Leopold Herz, Alexander Hold, Nikolaus Kraus, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Jutta Widmann, Benno Zierer

Die Staatsregierung wird aufgefordert, durch eine Studie zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen, wie ein reduzierter Antibiotikaeinsatz im medizinischen Bereich realisiert werden kann. Dabei soll auch und insbesondere die Rolle alternativmedizinischer Methoden in den Blick genommen werden. Auch soll in diesem Zusammenhang eine mögliche positive Rolle von ggf. ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten beleuchtet werden.



Dem OECD-Bericht "Stemming the Superbug Tide" vom November 2018 zufolge könnten in den kommenden 31 Jahren bis zum Jahr 2050 - rund 2,4 Millionen Menschen in Europa, Nordamerika und Australien an Infektionen mit multiresistenten Keimen versterben. Wie eine Studie der britischen Regierung aus dem Jahr 2014 belegt, werden - falls geeignete Gegenmaßnahmen ausbleiben - im Jahr 2050 weltweit mehr Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen versterben als an Krebs.


Der Anstieg an multiresistenten Keimen ist zum einen einer oftmals unnötigen Antibiotikaverordnung geschuldet: so waren nach den Daten des Antibiotika-Reports der DAK im Jahr 2013 rund 30 Prozent der Verordnungen aufgrund der Diagnose (Virusinfektionen) unnötig. Zum anderen nimmt die Anzahl an Antibiotikaverordnungen generell zu: laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) haben im Jahr 2015 allein die niedergelassenen Ärzte im Freistaat rechnerisch jedem Erwerbstätigen 4,3 Tagesdosen Antibiotika verschrieben.


Wissenschaftliche Studien, speziell im Bereich der HNO-Erkrankungen, konnten aufzeigen, dass durch den Einsatz klassischer Homöopathie sowohl ein Einsatz von Antibiotika vermieden als auch eine Verbesserung der individuellen Infektabwehr erreicht werden konnte. Weiterhin wies eine Studie zur Mortalität von Patienten mit einer schweren Sepsis darauf hin, dass eine homöopathische Behandlung eine nützliche zusätzliche Behandlungsmethode bei schwer septischen Patienten darstellen kann. Dennoch ist der wissenschaftliche Diskurs um Homöopathie und andere Alternativmethoden als Antibiotika-Substitute oder als Antibiotikatherapie-begleitende Präparate uneinheitlich.


Antibiotika können Leben retten, gerade bei schwerwiegenden bakteriellen Erkrankungen, und gleichermaßen heilsam sein. Nicht immer ist jedoch eine Gabe von Antibiotika nötig und gegebenenfalls können alternative Präparate in manchen Fällen ebenso heilsam sein, eventuell sogar mit deutlich geringeren Nebenwirkungen.


Eine hier ansetzende Studie könnte Aufschluss darüber geben, inwiefern homöopathische Präparate sowie weitere alternativmedizinische Methoden eine Antibiotikaverordnung ersetzen oder zumindest reduzieren könnten - um damit der zunehmenden Entstehung multiresistenter Keime entegegenzuwirken.

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