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IQB-Bildungstrend 2018: Erfolg für Bayerns Schulen als Ansporn verstehen!

21.10.2019 - Dringlichkeitsantrag | 18/4302

Initiatoren:
Thomas Kreuzer, Winfried Bausback, Alexander König, Tobias Reiß, Tanja Schorer-Dremel, Robert Brannekämper, Gerhard Waschler, Gudrun Brendel-Fischer, Alex Dorow, Norbert Dünkel, Ute Eiling-Hütig, Otto Lederer, Stephan Oetzinger, Franz Josef Pschierer, Helmut Radlmeier, Barbara Regitz, Berthold Rüth, Andreas Schalk, Peter Tomaschko


  1. Der Landtag wertet die für Bayern überaus erfreulichen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2018 und vor allem den positiven Gesamttrend im Vergleich zu 2012 als starken Beleg für die erfolgreiche bayerische Bildungspolitik der letzten Jahre.
    Er dankt den Lehrkräften an den bayerischen Schulen, die mit ihrer täglichen engagierten Arbeit die Grundlagen für den fortgesetzten Erfolg bayerischer Schülerinnen und Schülern in den Ländervergleichen des IQB legen.

  2. Mit großer Sorge nimmt der Landtag das Absinken der Leistungen in anderen Ländern zur Kenntnis. Vor diesem Hintergrund fordert er die Staatsregierung auf,



    • diese Entwicklungen als Ansporn zu verstehen, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Bayern auf der Basis einer sorgfältigen Detailanalyse der Berichtsbefunde weiter zu stabilisieren und am bewährten differenzierten und durchlässigen Schulwesen unter Beibehaltung des notenbasierten Übertrittsverfahrens weiter festzuhalten,



    • bildungsbereichsübergreifend in allen Schularten, aber gerade auch an den bayerischen Gymnasien die Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern weiterhin als Kernaufgabe des Bildungs- und Erziehungsauftrags zu verstehen.




  3. Der Landtag stellt mit Blick auf das Absinken der Leistungen in anderen Ländern wiederholt fest, dass zentralistische Tendenzen im Bildungsbereich, die derzeit bei der Debatte um die Errichtung eines Nationalen Bildungsrats, aber auch mit Blick auf die Entwicklung der Diskussion um einen Staatsvertrag überdeutlich werden, für eine Trendumkehr nicht hilfreich sind. Er fordert die Staatsregierung auf, solchen Tendenzen auf KMK-Ebene entschieden entgegenzutreten.



Der jüngste, am 18.10.2019 veröffentlichte IQB-Bildungstrend 2018 (Schwerpunkt Mathematik, Biologie, Chemie und Physik) stellt den bayerischen Schulen ein sehr gutes Zeugnis aus: Bayern hat seine hervorragende Position in der Bildungslandschaft in der Bundesrepublik nicht nur souverän verteidigt, sondern konnte - in Absetzung vom deutschlandweiten Trend und ausgehend von einem sehr guten Niveau in Bayern bereits im Jahr 2012 - als eines der wenigen Länder seine Ergebnisse gegenüber der ersten IQB-Erhebung 2012 mit demselben Schwerpunkt in allen Kategorien schulartübergreifend weiter verbessern. Insbesondere die bayerischen Gymnasien konnten ihre Spitzenposition weiter ausbauen und sich auch gegenüber 2012 leicht verbessern.


Große Sorge bereitet hingegen die deutschlandweite Entwicklung, die z.T. signifikante Verschlechterungen in manchen Ländern, gerade auch an den Gymnasien, erkennen lässt.
Dies muss nicht nur Ansporn für Bayern sein, sein Leistungsniveau weiter zu stabilisieren und nach Möglichkeit weiter auszubauen. Vor allem ist eine ehrliche und differenzierte Debatte in und zwischen den Ländern über die Zusammenhänge zwischen bildungspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre und IQB-Ergebnissen notwendig. Auffallend ist etwa, dass die drei führenden Länder Sachsen, Bayern und Thüringen für den getesteten Jahrgang allesamt ein notenbasiertes Übertrittsverfahren aufweisen: Offenbar führt ein solches an den unterschiedlichen Begabungen und Interessen orientiertes Verfahren zu einer erfolgreicheren Förderung der Schülerinnen und Schüler und zu einem insgesamt höheren Leistungsniveau. Bayerische Bildungspolitik zeichnet sich zudem seit Jahrzehnten durch eine klare Leistungsorientierung bei einer in den letzten Jahren nochmals verstärkt vorangetriebenen individuellen Förderung aus.
Demgegenüber wird nicht zuletzt mit Blick auf nunmehr klar ablesbare Entwicklungen und Trends immer deutlicher, dass insbesondere überhastete Reformen bzw. Änderungen der Schulstruktur, die häufig stärker politisch motiviert denn auf Erkenntnissen der bildungsempirischen Forschung zu beruhen scheinen, zusammen mit einer zunehmenden Abkehr von einer grundlegenden Leistungsorientierung zu negativen Entwicklungen führen. Dies gilt offenbar gerade auch für Länder, die in den letzten Jahren -Gemeinschaftsschulen- eingeführt haben.
Der jüngste IQB-Bildungstrend muss daher nicht zuletzt im Interesse der Schülerinnen und Schüler als deutliche Warnung an die Bildungspolitik in den Ländern verstanden werden, aus primär politischen Motiven heraus auf den Umbau ihres Schulsystems zugunsten von -Gemeinschaftsschulen- zu setzen.

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