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Zukunftsperspektiven des akademischen Mittelbaus sichern: gesetzlich verbindliche Einrichtung eines -Karrierezentrums akademischer Laufbahnen- an jeder Hochschule prüfen

15.07.2019 - Antrag | 18/4474

Initiatoren:
Robert Brannekämper, Winfried Bausback, Alex Dorow, Ute Eiling-Hütig, Stephan Oetzinger, Franz Josef Pschierer, Helmut Radlmeier, Andreas Schalk, Florian Streibl, Fabian Mehring, Hubert Faltermeier, Peter Bauer, Manfred Eibl, Susann Enders, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Eva Gottstein, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Johann Häusler, Leopold Herz, Alexander Hold, Nikolaus Kraus, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Jutta Widmann, Benno Zierer

Die Staatsregierung wird aufgefordert, dem Landtag schriftlich und mündlich zu berichten, inwieweit sie bei der anstehenden Novellierung des bayerischen Hochschulgesetzes die Zukunftsperspektiven des akademischen Mittelbaus im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel verbessern will, etwa durch die verbindliche Einrichtung eines -Karrierezentrums akademische Laufbahnen- an jeder Hochschule oder darzulegen, wie künftig die Karrierewege des Mittelbaus auf andere Weise schärfer strukturiert werden sollen.



Während für die Laufbahn als Professor oder Professorin an vielen Hochschulen neue Formate entwickelt wurden (Tenure Track), fehlt für die Karriereplanung und -förderung des akademischen Mittelbaus ein kohärentes, aufgaben- und personenbezogenes Konzept. Dies gilt deutschlandweit, prinzipiell auch für Bayern. 



Dies ist umso weniger verständlich, als der akademische Mittelbau eine grundsätzliche Stärke des deutschen und bayerischen Hochschulsystems ist. Denn er sichert Stabilität und Kontinuität in Lehre und Forschung, bildet eine tragende Säule für die international und interdisziplinär immer komplexeren Forschungsprozesse. 



Hierbei hat sich das Einsatzspektrum des akademischen Mittelbaus gegenüber einer fixen Aufgabenbeschreibung, die ein ganzes Berufsleben lang galt, wesentlich verändert. Die Hochschulen müssen es daher als ihre Aufgabe ansehen, die  Zukunftschancen dieses akademischen Mittelbaus zu sichern - sowohl aus Verantwortung gegenüber der Mitarbeiterschaft als auch im eigenen Interesse .



Hierzu scheinen zumindest drei Elemente nötig: die rechtzeitige Identifizierung der individuellen Leistungsfähigkeit und der persönlichen Lebensplanung, das Anbieten personalisierter Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie transparente -Wegbeschreibungen-, sei es mithilfe strukturierter Verbindungen für den weiteren Weg innerhalb der Hochschule oder (ebensowichtig ) für die intersektorale Personalentwicklung (in die außerhochschulische Forschung oder in die Wirtschaft). 



Es müssen also an jeder Hochschule (bei kleineren Hochschulen ist ein Verbund mit anderen Hochschulen denkbar) strukturell vorbereitete Karrierewege entwickelt werden. Wegmarken hierfür können sein: der wissenschaftliche Dienst, das Wissenschaftsmanagement, die akademische Lehre, Unterstützung von Ausgründungen, Technologietransfer oder die Leitung wissenschaftlich-technischer Einrichtungen. 



Bei alldem muss für den einzelnen Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung ebenso gezielt gefördert werden, wie sich für die Hochschule die Entwicklung eines differenzierten und hochqualifizierten Mitarbeiterpools ergeben muss , das für immer komplexer werdende und - oft durch Projektförderung bedingt - thematisch rascher wechselnde Forschungs-und Entwicklungsaufgaben benötigt wird.



Die hierdurch gegebene Breite der Aufgaben und ihre für die Wirkung der Hochschule nach innen wie außen notwendigerweise dauerhafte Struktur sowie die kontinuierliche, im Rahmen eines Regelkreislaufs stattfindende Überprüfung und Verbesserung der Wirksamkeit legen eine gesetzlich verbindliche Einrichtung eines -Karrierezentrums akademischer Laufbahnen- in unmittelbarer Verantwortung des Hochschulpräsidiums nahe. Die im Rahmen des Innovationsbündnisses vorgesehene Konzeption solcher Karriere-Wege ist ein erster Schritt. Als hochschulpolitisches Signal und als Zeichen für die Wertschätzung des Mittelbaus bedarf es nach Ansicht des Bayerischen Landtages jedoch einer gesetzlichen Absicherung.


 

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