Antragssuche

Feste, verlässliche Unterstützung der Schulen für die wirksame Bekämpfung von Mobbing

29.10.2019 - Antrag | 18/4877

Initiatoren:
Florian Streibl, Fabian Mehring, Eva Gottstein, Peter Bauer, Manfred Eibl, Susann Enders, Hubert Faltermeier, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Johann Häusler, Leopold Herz, Alexander Hold, Nikolaus Kraus, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Jutta Widmann, Benno Zierer, Gerhard Waschler, Winfried Bausback, Gudrun Brendel-Fischer, Norbert Dünkel, Ute Eiling-Hütig, Otto Lederer, Barbara Regitz, Berthold Rüth, Peter Tomaschko

Der Landtag begrüßt, dass die Bekämpfung von Mobbing an Schulen auf unterschiedlichen Ebenen und mithilfe unterschiedlicher Maßnahmen und Projekte bereits einen hohen Stellenwert einnimmt.


Gleichzeitig sieht der Landtag Bedarf für eine noch verlässlichere Unterstützung der Schulen. Er fordert die Staatsregierung daher auf,



  • Schulleitungen und Lehrkräfte darin weiter zu unterstützen, als wirksames Mittel der Prävention Schule als Lebensraum zu begreifen und entsprechend zu gestalten;

  • den Schulen die bereits bestehenden bayernweiten wie auch regionalen Unterstützungsmöglichkeiten in übersichtlicher, kontinuierlich aktualisierter Form in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen;

  • Unterstützungsstrukturen für Schulen weiter auszubauen, indem auch zum Schuljahr 2020/21 personelle Kapazitäten hierfür eingesetzt werden.



Mobbing unter Schülern, verstanden als systematische Schikane, ist kein neues Phänomen und weit verbreitet - unabhängig von der Art, der Größe und der Lage der Schule, wobei weiterführenden Schulen stärker betroffen zu sein scheinen: Schätzungen gehen von ca. 4 % ernsthaft von Mobbing betroffenen Opfern aus, rechnerisch knapp ein Schüler bzw. eine Schülerin pro Klasse.


Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass zur Bekämpfung von Mobbing Präventionsmaßnahmen am wirksamsten sind. Ist Mobbing aufgetreten, muss dies nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern kann nur in der betroffenen Gruppe bzw. Klasse effektiv gelöst werden. Der Umgang mit Mobbing an Schulen gehört daher in den Verantwortungsbereich der Schule. Gleichzeitig gibt es kein Patentrezept: Maßnahmen und Strategien zur Lösung müssen auf den individuellen Fall ausgerichtet sein und sollten - unter Beachtung des prioritären Opferschutzes - nach Möglichkeit die gesamte Klasse umfassen.


Mobbing steht seit vielen Jahren im Fokus der Staatsregierung, in der Lehrerfortbildung, bei Staatlichen Schulberatungsstellen, Schulpsychologen und Beratungslehrkräften. Mit über 150 Koordinatoren und Multiplikatoren gegen Mobbing wurde zudem ein regional verfügbares und effektives Unterstützungs- und Beratungssystem aufgebaut, das seit dem Schuljahr 2019/20 überdies im Rahmen des Programms -Schule öffnet sich- gezielt weiter gestärkt wurde. Darüber hinaus existieren zahlreiche, häufig von engagierten Lehrkräften getragene Einzelprojekte, die für den jeweiligen Einzelfall von großer Bedeutung sind.


Für Schulen und Lehrkräfte stellen das Erkennen von und der richtige Umgang mit Mobbing gleichwohl immer noch eine erhebliche Herausforderung dar. Hierfür brauchen unsere Schulen verlässliche Unterstützung: Lehrkräfte müssen noch besser in die Lage versetzt werden, Mobbingstrukturen zu erkennen, und sie müssen wissen, wo und wie sie rasche und verlässliche Hilfe bekommen können. Zudem ist die Prävention zu verstärken, auch mit Blick auf die Schulkultur insgesamt.

Zurück zur Übersicht