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Wald für die Klimaoffensive nutzen I

12.11.2019 - Antrag | 18/5779

Initiatoren:
Klaus Steiner, Eric Beißwenger, Martin Schöffel, Tanja Schorer-Dremel, Volker Bauer, Barbara Becker, Wolfgang Fackler, Alexander Flierl, Martin Huber, Petra Högl, Petra Loibl, Thorsten Schwab, Martin Wagle, Manuel Westphal, Florian Streibl, Fabian Mehring, Nikolaus Kraus, Peter Bauer, Manfred Eibl, Susann Enders, Hubert Faltermeier, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Eva Gottstein, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Johann Häusler, Leopold Herz, Alexander Hold, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Jutta Widmann, Benno Zierer

Der Landtag ist der Auffassung:



  • Der Wald in Bayern mit rund 2,5 Mio. Hektar ist einer der größten Speicher von Kohlendioxyd und hat eine herausragende Bedeutung für den Klima- und den Artenschutz.

  • Der Wald ist zugleich Betroffener des Klimawandels.

  • Die Waldzusammensetzung muss auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet werden.

  • Der Wald muss auch weiter unter Nachhaltigkeitsaspekten genutzt und das Holz sinnvoll verwendet werden, denn beides zusammen ergibt den höchsten Gesamtnutzen für den Klimaschutz. Im Sinne eines -Klimawaldes- sind dabei die CO2-Bindungspotentiale des Waldes bestmöglich zu nutzen.

  • Der in Bayern verfolgte Grundsatz in der Waldbewirtschaftung -Schützen und Nutzen- auf möglichst ganzer Fläche ist Garant, um auch in Zukunft, die vielfältigen Funktionen des Waldes sicherzustellen. Dies gilt um so mehr unter dem Aspekt einer möglichst hohen CO2-Fixierung im Holz unserer Wälder.


Die Staatsregierung wird aufgefordert,



  • bei der Waldbewirtschaftung das Prinzip -Schützen und Nutzen- auf möglichst ganzer Fläche weiterzuverfolgen,

  • den Waldumbau mit klimatoleranten Baumarten im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel noch stärker zu beschleunigen,

  • die Forschung im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel schnellstmöglich auf die neuen Herausforderungen anzupassen und

  • die Kooperation mit Forstbetriebsgemeinschaften im Sinne des Waldpaktes weiter zu unterstützen und zu prüfen, ob und ggf. wie diese auch bei einer Klimaoffensive mit eingebunden werden können.



Bayern ist mit 2,5 Mio. Hektar das waldreichste Bundesland in Deutschland. Der Wald mit seinen vielfältigen und unverzichtbaren Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen ist ebenso wie der nachwachsende Rohstoff Holz ein wesentlicher Teil der bayerischen Identität. Über das Cluster Forst und Holz kommt auch seine wirtschaftliche Bedeutung insbesondere für den ländlichen Raum zum Ausdruck. Zu den elementaren Bestandteilen eines integrativen Waldnaturschutzes gehören neben waldbaulichen Maßnahmen, wie Begründung und Pflege naturnaher und stabiler Mischwälder, insbesondere auch das Belassen von ausreichend Totholz und Biotopbäumen im Wirtschaftswald. Sowohl Naturwaldreservate als auch der teilweise Verzicht auf die Nutzung von Altholzinseln sind feste Bestandteile des integrativen bayerischen Ansatzes. Darüber hinaus ist das grüne Netzwerk der Naturwaldflächen nach Art. 12a BayWaldG in Umsetzung. Mit unserem forstpolitischen Grundsatz des -Schützens und Nutzens- auf möglichst ganzer Fläche wollen wir nach wie vor sicherstellen, dass die Wälder auch künftig den nachwachsenden Rohstoff Holz erzeugen und der Wald gleichzeitig als Erholungsort, Trinkwasserspeicher, Hort für die Artenvielfalt und Bollwerk gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Lawinen und Muren dienen kann. Die Anpassung an die Herausforderungen eines sich verändernden Klimas sind dabei kein Widerspruch, sondern vielmehr ein Beleg für die Richtigkeit dieses Grundsatzes, da nur dann die CO2-Bindungspotentiale eines Waldes voll zur Geltung kommen, wenn der Wald auch weiterhin genutzt wird.

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