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Lehrstuhl für Public Health errichten, Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken

11.12.2019 - Antrag | 18/6755

Initiatoren:
Bernhard Seidenath, Tanja Schorer-Dremel, Barbara Becker, Ute Eiling-Hütig, Beate Merk, Martin Mittag, Helmut Radlmeier, Manuel Westphal, Florian Streibl, Fabian Mehring, Susann Enders, Peter Bauer, Manfred Eibl, Hubert Faltermeier, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Eva Gottstein, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Johann Häusler, Leopold Herz, Alexander Hold, Nikolaus Kraus, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Jutta Widmann, Benno Zierer

Die Staatsregierung wird aufgefordert, die interdisziplinäre Forschung im Bereich von Public Health weiter voranzubringen. Die Staatsregierung wird gebeten zu prüfen, ob in diesem Zusammenhang im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel an bayerischen Hochschulen auch weitere Professuren für Public Health, ggf. auch mit dem speziellen Schwerpunkt -Qualitätsentwicklung und Praxis-Transfer im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)-, errichtet werden können. Ein weiterer Baustein kann ein Kompetenzzentrum für Translation / eine Transferstelle für den ÖGD zur fachlichen und wissenschaftlichen Unterstützung mit besonderer Ausrichtung auf die Praxis des ÖGD sein.



Mit der -Hightech Agenda Bayern- hat die Staatsregierung einen Schwerpunkt im Bereich Hochschule und Forschung formuliert. Auch im Bereich von Gesundheit und Pflege gibt es Forschungsbedarf - nicht zuletzt aufgrund der älter werdenden Bevölkerung in Bayern.


Public Health und damit die Versorgungsforschung hat eine hohe Bedeutung für einen künftig noch passgenaueren Einsatz von Finanzmitteln im Gesundheitsbereich.


Um mit der Einrichtung einer weiteren Public-Health-Professur (W3 Professur) gleichzeitig auch den ÖGD zu stärken, wäre die Einrichtung einer Public-Health-Professur mit dem speziellen Schwerpunkt -Qualitätsentwicklung und Praxis-Transfer im Öffentlichen Gesundheitsdienst- zu prüfen. Ein weiterer Baustein wäre ein Kompetenzzentrum für Translation / eine Transferstelle für den ÖGD zur fachlichen und wissenschaftlichen Unterstützung mit besonderer Ausrichtung auf die Praxis des ÖGD. Wegen der dort bereits vorhandenen Expertise bietet sich das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als Standort für das Kompetenzzentrum an. Beide Elemente könnten dadurch verbunden werden, dass eine Public-Health-Brückenprofessur in organisatorischer Einheit mit dem Kompetenzzentrum für Translation / Transferstelle für den ÖGD eingerichtet wird.


Die Einrichtung einer weiteren Public-Health-Professur an einer bayerischen Hochschule mit besonderem Bezug zum ÖGD im Rahmen des Schwerpunkts -Qualitätsentwicklung und Praxis-Transfer im Öffentlichen Gesundheitsdienst- könnte Bayern im Vergleich zu allen anderen Bundesländern zum Vorreiter machen, die wissenschaftlich begründete Arbeit des ÖGD sichtbarer werden lassen, wissenschaftliche Vernetzung fördern,  bevölkerungsbezogen fundierte neue Erkenntnisse bringen, den ÖGD stärken und politische Planungen und Entscheidungen valider begründen.


Die Einrichtung einer Public-Health-Professur mit dem Schwerpunkt öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) und den erforderlichen Schnittstellen zum LGL ließe sich auch mit dem Ministerratsbeschluss vom 3. Juli 2018 vereinbaren, welcher die Einrichtung einer -Leitstelle Öffentlicher Gesundheitsdienst- vorsieht.


Public Health ist eine eigenständige, stark interdisziplinäre, empirische Wissenschaft. Im Vordergrund steht nicht die individuelle Gesundheit einer Person, sondern die Gesundheit einer Bevölkerung. Forschung und Lehre in Public Health befassen sich mit den Bedingungen für Gesundheit und den Ursachen von Krankheit, den Wechselwirkungen zwischen Menschen und ihren natürlichen, technischen und sozialen Umwelten, der Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung, den Leistungen des Gesundheitssystems und den Möglichkeiten, dieses System politisch zu steuern, zu evaluieren und die Qualität zu sichern.

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