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Zwischenbilanz zum Pakt für Berufliche Weiterbildung 4.0

14.01.2021 - Antrag | 18/14192

Initiatoren:
Thomas Huber, Winfried Bausback, Matthias Enghuber, Petra Högl, Andreas Jäckel, Jochen Kohler, Stephan Oetzinger, Andreas Schalk, Sylvia Stierstorfer

Qualifizierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Um die Menschen fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen, ist berufliche Weiterbildung das Erfolgsrezept. Der Landtag begrüßt deshalb die umfangreichen Investitionen Bayerns in den Bereich Weiterbildung und Qualifizierung. Wichtig ist dabei, dass wir niemanden abhängen und bei allen Veränderungsprozessen die soziale Sicherheit nicht verloren geht. Es ist weiterhin wichtig, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der beruflichen Weiterbildung zu schaffen.


In diesem Zusammenhang wird die Staatsregierung aufgefordert, im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie zu berichten, welche Erfahrungen mit dem Pakt für Berufliche Weiterbildung 4.0 gemacht wurden. Dabei soll unter anderem auf folgende Punkte eingegangen werden:



  • Welche Maßnahmen wurden im Rahmen des Paktes für Berufliche Weiterbildung 4.0 bisher umgesetzt-

  • Wie wurden die geschaffenen Angebote angenommen- Insbesondere: Wie viele Bildungsschecks wurden ausgegeben-

  • Wie ist das Angebot der Weiterbildungsinitiatorinnen und -initiatoren zu bewerten-

  • Werden die Maßnahmen nach Ende der Laufzeit des Paktes im Juni 2021 weitergeführt-

  • Ist eine Fortschreibung des Paktes mit neuen Maßnahmen geplant-



Am 19.06.2018 wurde der -Pakt für berufliche Weiterbildung 4.0- mit einer Laufzeit von drei Jahren unterzeichnet. Er ist eine gemeinsame Initiative der Bayerischen Staatsregierung, des Bayerischen Handwerkstags e.V., des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags e.V., der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bayern und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.


Mit dem Pakt wird die berufliche Weiterbildung mit einem konkreten Maßnahmenbündel gestärkt und eine gemeinsame Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft der Arbeitswelt gegeben. Bis 2030 könnten laut Studien 40% der Arbeitsplätze der Digitalisierung und Automatisierung zum Opfer fallen. Vor allem repetitive und körperliche Arbeit nehmen ab. Doch mindestens in gleicher Höhe entstehen an anderer Stelle neue Arbeitsplätze. Es zeichnet sich eine Divergenz zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage ab - die Folge: Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel.


Ziel des Paktes ist es deshalb, die Weiterbildungsbereitschaft der Beschäftigten und Unternehmen in Bayern zu stärken. Denn: Lebensbegleitendes Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg. Der Pakt soll sich dabei vor allem an Gruppen richten, die in der Weiterbildung unterrepräsentiert sind. Mit Blick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt und den Fachkräftebedarf in Bayern sollen konkrete Maßnahmen weitere Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung bieten.


Deshalb wurde beispielsweise der Bayerische Bildungsscheck eingeführt. Mit einem Pauschalzuschuss in Höhe von 500 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sollen individuelle berufliche Weiterbildungen im Kontext der Digitalisierung gefördert werden. Insgesamt 6.000 Bildungsschecks sollten in Bayern bis Mitte 2021 ausgegeben werden.


Eine weitere Maßnahme des Paktes ist die Förderung der Beratungstätigkeit durch sogenannte Weiterbildungsinitiatorinnen und -initiatoren (WBI). Die WBI geben den Bayerischen Bildungsscheck aus. Darüber hinaus sind sie als digitale Bildungsberater im Einsatz und zeigen den Unternehmen und Beschäftigten Qualifizierungswege auf. Sie unterstützen bei der Auswahl und Aufnahme bis hin zur Umsetzung der Weiterbildungsmaßnahmen.


Mit einem Bericht im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie soll eine Zwischenbilanz zu diesen und den weiteren Maßnahmen des Paktes für Berufliche Weiterbildung 4.0 gezogen werden.

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