Antragssuche

Starke duale Berufsausbildung in Bayern

18.08.2021 - Antrag | 18/18484

Initiatoren:
Thomas Huber, Gerhard Waschler, Winfried Bausback, Gudrun Brendel-Fischer, Norbert Dünkel, Ute Eiling-Hütig, Matthias Enghuber, Petra Högl, Andreas Jäckel, Jochen Kohler, Stephan Oetzinger, Barbara Regitz, Berthold Rüth, Andreas Schalk, Ludwig Spaenle, Sylvia Stierstorfer, Peter Tomaschko, Florian Streibl, Fabian Mehring, Johann Häusler, Peter Bauer, Manfred Eibl, Susann Enders, Hubert Faltermeier, Hans Friedl, Tobias Gotthardt, Eva Gottstein, Joachim Hanisch, Wolfgang Hauber, Leopold Herz, Alexander Hold, Nikolaus Kraus, Rainer Ludwig, Gerald Pittner, Bernhard Pohl, Kerstin Radler, Gabi Schmidt, Roland Weigert, Jutta Widmann, Benno Zierer

Die Staatsregierung wird aufgefordert, dem Landtag schriftlich und im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie mündlich über den Ausbildungsstellenmarkt und die Angebote der Staatsregierung im Bereich der dualen Berufsausbildung in Bayern zu berichten. Dabei soll insbesondere darauf eingegangen werden, wie die Berufsorientierung optimiert werden kann, damit mehr junge Menschen eine Lehrstelle finden.


In dem Bericht soll außerdem die berufliche Integration von Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf berücksichtigt werden, z.B. Jugendliche mit Behinderung oder auch im Rahmen der Jugendhilfe.


In diesem Zusammenhang soll gemeinsam mit der Wirtschaft diskutiert werden, inwieweit zusätzliche Ausbildungsberufe - vornehmlich im Handwerk - innerhalb der dritten Ebene des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) geschaffen werden sollten, um insbesondere den vorgenannten Zielgruppen leichter einen Berufsabschluss zu ermöglichen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.



Auf dem bayerischen Ausbildungsstellenmarkt kommen auf jeden unversorgten Bewerber zwei nicht besetzte Ausbildungsstellen (16.303 unversorgte Bewerber haben die Auswahl unter 37.786 nicht besetzten Ausbildungsstellen lt. Arbeitsmarktzahlen für den Monat Juli 2021). Bayern steht damit an der Spitze der angebotenen offenen Ausbildungsstellen. Es gibt also einen deutlichen Stellenüberhang.


Gleichzeitig zeigen diese Zahlen, dass viele junge Menschen bei ihrer Lehrstellensuche nicht erfolgreich sind. Dies kann verschiedene Ursachen haben: regionale und berufsspezifische Ungleichgewichte am Markt, niedrige oder fehlende Schulabschlüsse oder auch erkennbare Lücken in der Ausbildungsreife der Bewerber. Oft klappt aber auch das Lehrstellen-Matching nicht. Gerade während Corona ist die Suche nach der passenden Lehrstelle schwierig, weil Praktika, Berufsorientierungsmessen oder sonstige Maßnahmen zur Berufsorientierung nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich waren. Ziel muss es sein, Ausbildungsbetriebe und Schulabgänger zusammenzubringen. Die Berufsorientierung ist dabei ein wichtiger Faktor für den gelingenden Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.


Die -Allianz für starke Berufsausbildung in Bayern-, bestehend aus der Bayerischen Staatsregierung, dem Bayerischen Handwerkstag e. V., dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e.V., der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, hat sich zum Ziel gesetzt, dass alle ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen einen dualen Ausbildungsplatz erhalten. Dadurch wird die berufliche Bildung gestärkt und der Fachkräftebedarf gesichert. Auch im Bereich der beruflichen Orientierung wurden in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen. Entscheidend ist die altersgerechte und jugendaffine Weiterentwicklung der Berufsorientierungsmaßnahmen. Ein Fokus lag deshalb auch auf den digitalen Angeboten.


Besonders betroffen sind Jugendliche mit sozialer Benachteiligung wie Jugendliche aus einkommensschwachen und bildungsfernen Haushalten, junge Menschen in Jugendhilfemaßnahmen oder Jugendliche mit einer Behinderung. Für diese jungen Menschen ist die berufliche Integration von besonderer Bedeutung. Entscheidend ist die vertrauensvolle Kooperation aller verantwortlichen Stellen wie Arbeitsverwaltung, Jobcenter oder Jugendämter.


Niveau 3 des Deutschen Qualifikationsrahmens für Lebenslanges Lernen (DQR), der bildungsbereichsüergreifend alle Qualifikationen des deutschen Bildungssystems umfasst, führt den Mittleren Schulabschluss, die Berufsfachschule (Mittlerer Schulabschluss) sowie die duale Berufsausbildung (2-jährige Ausbildungen). Die Neuschaffung von Ausbildungsberufen erfolgt auf Bundesebene durch Bund und Sozialpartner.


 

Zurück zur Übersicht