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06.05.2026

Sudetendeutscher Tag in Brünn: CSU-Fraktion kritisiert Positionierung der tschechischen Regierung

Die tschechische Regierung hat im Abgeordnetenhaus einen Antrag eingebracht, der die Veranstalter des Sudetendeutschen Tages in Brünn zur Absage auffordert. Der Sudetendeutsche Tag findet in diesem Jahr an Pfingsten erstmals in der Tschechischen Republik statt – 80 Jahre nach der Vertreibung der Sudetendeutschen. Die Regierungsfraktionen unterstützen das Ereignis mit 300.000 Euro aus der Fraktionsinitiative.

CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek erklärt: „Dass sich die tschechische Regierung auf einen Antrag verständigt hat, der die Veranstalter des Sudetendeutschen Tages zur Absage auffordert, ist bedauerlich und sendet ein falsches Signal. Es spiegelt vor allem nicht die vielen positiven Reaktionen in der tschechischen Gesellschaft wider, dass der Sudetendeutsche Tag an Pfingsten in Brünn und damit erstmals in der Tschechischen Republik stattfindet. Dieses Ereignis 80 Jahre nach der Vertreibung ist eine Einladung zur Versöhnung, ausgesprochen von tschechischer Seite, vom Festival Meeting Brno, das selbst für Erinnerung und Aufarbeitung steht. Es ist die richtige Zeit und der richtige Ort. Wir haben mit 300.000 Euro aus der Fraktionsinitiative dieses Ereignis bewusst und aus tiefster Überzeugung unterstützt. Als CSU-Fraktionsvorsitzender bin ich Ende März selbst nach Prag gereist und habe in politischen Gesprächen viele positive Rückmeldungen bekommen. Umso unverständlicher ist es, wenn die Regierung nun diesen Weg nicht mitgehen würde. Das steht im Widerspruch zu dem, was ich vor Ort erlebt habe – und zu dem, was die tschechische Zivilgesellschaft selbst auf den Weg gebracht hat. Wir wollen weiter Brücken bauen und stehen für eine gelebte bayerisch-tschechische Partnerschaft. Dafür braucht es auf beiden Seiten den Mut, Geschichte anzuschauen – und nicht wegzuschauen."

Dr. Gerhard Hopp, europapolitischer Sprecher und Koordinator der bayerisch-tschechischen Parlamentsbeziehungen der CSU-Fraktion, ergänzt: „Wir sind als CSU-Fraktion der Motor der deutsch-tschechischen Beziehungen und stärken die Region im Herzen Europas. Der Sudetendeutsche Tag in Brünn ist ein europäisches Ereignis – ein Zeichen dafür, dass Erinnerung und Versöhnung keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Die Positionierung der tschechischen Regierung ist ein falsches Signal. Europa lebt von der Fähigkeit, die eigene Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten – mit Offenheit und ohne Angst. Das Festival Meeting Brno hat mit seiner Einladung genau das getan. Dieser Mut verdient Respekt und Unterstützung. Ich appelliere an das tschechische Abgeordnetenhaus: Stimmen Sie gegen diesen Antrag. Ein Nein wäre ein klares Bekenntnis zu einem Europa, das aus seiner Geschichte lernt – und das gemeinsam nach vorne schaut."

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