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08.06.2017

Immer wieder Gewaltexzesse bei Fußballspielen: Was tun?

Berthold Rüth, MdL, sportpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion:

Auch 2016/17 war die 1. Bundesliga die bestbesuchte Fußball-Liga der Welt: Insgesamt strömten über 12,7 Millionen Menschen in die Stadien.
Die überwältigende Mehrheit dieser 12,7 Millionen hat dabei „ihren“ Verein friedlich unterstützt. Leider kam es aber in 1. und 2. Bundesliga wieder zu abstoßenden Gewaltszenen. Vor allem die Ausschreitungen von „Fans“ von Borussia Dortmund gegen Fans von RB Leipzig, das Pyro-Feuerwerk beim Pokalfinale in Berlin sowie zuletzt die Randale von „Fans“ von 1860 haben gezeigt, dass der Kampf gegen die Gewalt im Fußball noch nicht gewonnen ist.

Unsere Linie ist hier ganz klar: „Null-Toleranz“! Denn wer meint, er kann 12,7 Millionen Fans als selbsternannter „Ultra“ die „schönste Nebensache der Welt“ mit übelsten Beleidigungen, Pyrotechnik oder gar Gewalt vermiesen, muss mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen!

Das bedeutet: konsequente Verfolgung und Bestrafung der Gewalttäter! Außerdem müssen ihnen die Vereine klar zeigen, dass sie nicht mehr willkommen sind und lange Stadionverbote verhängen. Das ist auch eineWarnung an potentielle Nachahmer!

Damit Pyrotechnik und Waffen nicht in die Stadien gelangen, brauchen wir auch effizientere Kontrollen beim Einlass – unter Einsatz modernster Technik. Und, das haben die Ausschreitungen vor dem Stadion in Dortmund gezeigt: wir brauchen in allen Bundesländern eine Polizei, die wie unsere Bayerische Polizei frühzeitig und konsequent einschreitet, damit es erst gar nicht zu Gewalt kommen kann!

Bei der Gewaltprävention spielen auch die Fanprojekteeine wichtige Rolle. Die Vereine sollten sie deshalb in ihrem eigenen Interesse weiter ausbauen.
Außerdem appelliere ich an alle Vereine, sich von radikalen Fans endlich klar zu distanzieren – und sie nicht noch „durch die Hintertür“ zu hofieren. Dazu gehört, dass einige Vereine endlich aufhören müssen, sich trotz Notierung als Aktiengesellschaft als die „guten alten Traditionsvereine“ zu inszenieren und gleichzeitig gegen die „bösen neuen Kommerzvereine“ zu agitieren. Wer auf diese Weise „ideologische“ Gräben aufreißt, braucht sich nicht zu wundern, wenn dies einige „Fans“ zu Grabenkämpfen anstachelt.
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